Finanzen + Vorsorge Rating: Nichtstun noch weit verbreitet

Jedes zweite Unternehmen in Deutschland hat noch nichts zum Thema Rating unternommen, so eine aktuelle Studie. Kleinbetriebe bleiben bis jetzt nahezu komplett untätig.

Jeder zweite Chef hat bis jetzt nichts unternommen, um seine Firma auf die durch geänderte Eigenkapitalregeln der Banken geforderten Ratings vorzubereiten. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie der Mönchengladbacher Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Simon & Moll-Simon bei rund 4.000 mittelständischen Unternehmen in Nordrhein-Westfalen.

45 Prozent der befragten Unternehmenslenker antworteten auf die Frage, ob ihr Unternehmen schon eine Rating-Strategie entwickelt hat, mit Nein. Bei Betrieben mit bis zu zehn Mitarbeitern beträgt dieser Anteil rund 68 Prozent. Bei Firmen mit einem Umsatz unter einer Million Euro sind es sogar knapp 95 Prozent, die sich noch keine Gedanken über die Zukunft der Unternehmensfinanzierung machen.

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Grund dieser schlechten Zahlen: Den meisten Kleinbetrieben und Existenzgründern ist vielfach noch unklar, welche Maßnahmen für eine Ratingverbesserung denn sinnvoll sind. Dabei ist die Unsicherheit umso größer, je kleiner das Unternehmen ist. Mehr als 53 Prozent der Firmen mit einem Umsatz unter einer Million Euro grübeln über geeignete Maßnahmen. Bei den Firmen mit einem Umsatz bis zu fünf Millionen Euro sind es nur 35 Prozent.

„Doch die Zeit drängt“, weiß Barbara Moll-Simons, Wirtschaftsprüferin und Initiatorin der Studie. „Da die Banken ihre Kreditentscheidungen ab 2007 auf der Basis von mindestens dreijährigen Ratings treffen, müssen Unternehmen ihr Controlling schon in diesem Jahr überdenken“, so die ausgebildete Rating-Analystin.

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