Finanzen + Vorsorge Richtig investieren, geschickt bilanzieren

Wer erfolgreich investiert hat, darf sich über höhere Gewinne freuen. Damit der Jahresabschluss dennoch zum Steuer-Sparmodell wird, nutzen clevere Unternehmer bei der Bilanz alle legalen Bewertungsspielräume. Es gilt, die Rechnung per Feinschliff auf das beste Ergebnis zu trimmen. Dabei gibt es eine Reihe von Stellschrauben, an denen Unternehmer drehen können, um Steuern zu sparen.

Besonders interessant für investitionsfreudige Unternehmer: die Ansparrücklage. Sie ist gemacht für Freiberufler und Firmen mit höchstens 204.517 Euro Betriebsvermögen. Hier darf der Chef bis zu 40 Prozent der geplanten Investitionskosten (2007 und 2008) vom Gewinn abziehen. Höchstens jedoch 154.000 Euro (für Existenzgründer: 307.000 Euro). Etwa für Maschinen, Anlagen oder Fahrzeuge. Ersparnis, je nach individuellem Steuersatz: bis zu 70.000 Euro auf einen Schlag (Existenzgründer: bis zu 140.000 Euro).

Wer diese Möglichkeit wegen bescheidener Gewinne nicht voll nutzen kann, sollte zumindest einen Euro pro geplanter Investition in die Bilanz schreiben. Damit sichert er sich auf jeden Fall 20 Prozent Sonderabschreibung, wenn demnächst die Geschäfte wieder besser laufen.

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Ebenfalls eine interessante Option für Freiberufler und kleinere Unternehmen (höchstens 204.517 Euro Betriebsvermögen): Sie können zusätzlich zur normalen AfA einmalig 20 Prozent der Anschaffungs- und Herstellungskosten vom Gewinn abziehen.

Bei größeren Betrieben steckt das üppigste Sparpotenzial oft im Warenlager. Hier gilt es zu prüfen, was die Vorräte tatsächlich wert sind. Ob Waren, Vorräte oder Zubehör, das veraltet oder nur noch schwer verkäuflich ist, kann der Unternehmer konsequent auf den Teilwert runterrechnen. Dazu sollte er Nachweise sichern, etwa Etiketten mit Rotstift-Preisen oder Preisänderungslisten.

Unternehmer in der Industrie setzen den Rotstift bei ihren Maschinen an. Hier sind fette Sonderabschreibungen drin, wenn sich die Anlagen nicht rechnen. Etwa bei geplatzten Großaufträgen, Überkapazitäten oder neuer Produktpalette. Sind im Bau befindliche Maschinen, Gebäude oder Anlagen wohl am Ende nur mit Verlusten zu verkaufen, dürfen die roten Zahlen sofort und in voller Höhe abgesetzt werden.

Unternehmer sollten auch den Wertverlust im Maschinenpark kalkulieren. Maschinen und Anlagen, die von der Firma im Schichtbetrieb eingesetzt werden, dürfen zusätzlich abgeschrieben werden. Bei Doppelschicht um 25 Prozent und bei Dreifachschicht um 50 Prozent höher als normal.

Arbeiten Unternehmer jedoch stark mit Bankkrediten, sollten diese nur mit Bedacht an der Steuersparschraube drehen. Gehen sie zu scharf ran, machen sie sich ihre Rating-Note kaputt, Gewinn und Eigenkapitalquote müssen auch nach dem Bilanzfeinschliff noch stimmen. Sonst dreht die Bank den Kredithahn zu oder verlangt astronomische Zinsen – für weitere Investitionen sieht es dann schlecht aus.

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