Finanzen + Vorsorge Schutz bei Berufsunfähigkeit

Wer durch Unfall oder Krankheit berufsunfähig wird, den bewahrt diese Versicherung vor dem Ruin. Die Policen jedoch sind teuer und die Versicherer wählerisch. Mancher muss auf eine Alternative zurückgreifen.

Die Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt eine Rente in der vereinbarten Höhe, wenn der Kunde aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr dazu in der Lage ist, seinen Beruf auszuüben. Diese Rente erhält der Kunde aber nicht lebenslang, sondern nur bis zum vorgesehenen Ruhestand. Ob die Ursache für die Berufsunfähigkeit eine Erkrankung oder ein Unfall ist, ist nicht entscheidend. Deshalb geht der Schutz dieser Police weit über den einer Unfallversicherung hinaus.

Berufsunfähigkeitsversicherer sind sehr wählerisch. Vor dem Abschluss stellen sie Kunden eine Reihe detaillierter Fragen zum Gesundheitszustand. Diese Fragen sollten Kunden auf jeden Fall wahrheitsgemäß beantworten. Im Ernstfall prüft der Versicherer die Angaben sehr genau, selbst kleine Schwindeleien kommen ans Licht. Allerdings muss der Kunde dem Versicherer keine Angaben zu seiner Person machen, nach denen er nicht ausdrücklich gefragt wird.

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Bei Gesundheitsstörungen schließen die Anbieter diese Risiken aus oder verlangen saftige Zuschläge. Lehnt ein Versicherer einen Antrag ab, wird wahrscheinlich auch die Konkurrenz den Kunden nicht nehmen. Die Anbieter tauschen Daten untereinander aus. Wichtig ist beim Abschluss die Wahl einer Versicherungssumme, die den tatsächlichen Bedarf deckt. Dazu gehören nicht nur die Lebenshaltungskosten, sondern auch Ausgaben für die Altersvorsorge und finanzielle Verpflichtungen.

Wer sollte sie abschließen?

Jeder, der es sich leisten kann. Wer keine Police bekommt, sollte Alternativen erwägen. Eine Möglichkeit ist eine Unfallversicherung, mit der immerhin die finanziellen Folgen erheblicher Beeinträchtigungen nach einem Unfall gedeckt sind. Sinnvoll kann auch der Abschluss einer Dread-Disease-Versicherung sein. Hier versichert sich der Kunde gezielt gegen den Ausbruch im Vertrag festgelegter Krankheiten wie Krebs oder Herzinfarkt.

Was kostet das?

Gute Berufsunfähigkeitspolicen sind teuer. Wer ein mittleres Einkommen abdecken möchte, muss mit mindestens einem vierstelligen Betrag im Jahr rechnen. Der Preis hängt vom Alter, dem Beruf und dem individuellen Risiko ab. Je früher der Kunde eine Police abschließt, desto günstiger ist es. Wichtig ist, das der Schutz wirklich ausreichend ist.

Häufig bieten Versicherer den Berufsunfähigkeitsschutz als Zusatzpolice an, etwa bei Rürup-Renten oder Lebensversicherungen. Doch hier sind die Deckungssummen oft viel zu niedrig. Sind Unternehmer zum Beispiel als Architekt oder Rechtsberater Mitglied in einem berufsständischen Versorgungswerk, haben sie über ihre Beiträge zur Altersvorsorge automatisch und ohne Gesundheitsprüfung einen Berufsunfähigkeitsschutz. Allerdings ist die Prüfung im Leistungsfall sehr streng. Generell sollten Unternehmen bei Verbänden nach Gruppenpolicen fragen, denn sie bieten oft gute Konditionen.

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