Finanzen + Vorsorge Schutz gegen untreue Mitarbeiter

Die Hälfte aller Wirtschaftsdelikte geht auf das Konto von Firmenangehörigen. Was Chefs dagegen tun können.

Wolfgang Göckeritz(*) war geschockt. Ausgerechnet seine langjährige Sekretärin hatte in nur fünf Monaten 41 Schecks gefälscht und ihn um insgesamt 130.000 Euro betrogen. Aufgefallen war dem Gemüsegroßhändler der Fehlbetrag bei einer Prüfung des Firmenkontos. Dem Firmenchef blieb letztlich jedoch nur die Enttäuschung über seine Sekretärin. Den finanziellen Verlust ersetzte seine Vertrauensschaden-Versicherung.

Geschätzte sechs Milliarden Euro Schaden pro Jahr

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Schäden durch unehrliche Mitarbeiter erlitt in den vergangenen zwei Jahren fast die Hälfte aller deutschen Unternehmen, stellt die aktuelle Studie „Wirtschaftskriminalität 2005“ des internationalen Beratungsunternehmens Pricewaterhouse-Coopers (PwC) fest. Insgesamt verloren die befragten 400 Firmen in diesem Zeitraum durch Wirtschaftsdelikte mehr als 250 Millionen Euro.

Die Experten schätzen allein in Deutschland die Verluste durch Veruntreuung, Betrug und Unterschlagung auf sechs Milliarden Euro pro Jahr. Im Schnitt kosten die Vergehen durch eigene Leute jeden Betrieb etwa 70.000 Euro.

Wie bei Großhändler Göckeritz kommt die Vertrauensschaden-Police für Vermögensschäden auf, die Betriebsangehörige vorsätzlich verursachen. Kann der betrügerische Mit­arbeiter nicht festgestellt werden, ­besteht die Versicherung auf einer Anzeige. Andernfalls verweigert sie die Zahlung des entstandenen Verlusts.

Gezahlt werden kann auch ohne Anzeige bei der Polizei

Anders jedoch, wenn der unehrliche Firmenangehörige bekannt ist. „Dann“, erklärt Stefan Jauernig, Versicherungsmakler aus Frechen bei Köln, „zahlt der Versicherer auch, wenn keine Anzeige bei der Polizei erfolgt.“ So lässt sich ungewolltes Aufsehen beispielsweise durch negative Schlagzeilen in der örtlichen Presse vermeiden.

(*) Name geändert

Den vollständigen Artikel können Sie in der impulse-Ausgabe 03/2006, Seite 118, nachlesen.

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