Finanzen + Vorsorge Schutz vor teuren Fehlern

Freiberufler und andere Unternehmer leben ständig mit der Gefahr, von Klienten oder Kunden in Regress genommen zu werden.

Selten haben Wirtschaftsprüfer um das Wohlergehen eines Klienten so sehr gezittert wie Ende vergangenen Jahres im Fall der Werhahn-Gruppe. Dem Neusser Firmenimperium drohte aus einem Unternehmensverkauf eine Steuernachforderung in Höhe von stolzen 480 Millionen Euro. Es war noch kein Euro geflossen, da kündigte Werhahn an, sich das Geld bei Haarmann Hemmelrath zurückzuholen. Begründung: Falschberatung.

Der Rat der Steuerexperten erwies sich jedoch als richtig. So blieben nicht nur der renommierten Frankfurter Kanzlei Kosten in dreistelliger Millionenhöhe erspart, sondern auch den deutschen Versicherungsgesellschaften. Schließlich hatten die Wirtschaftsprüfer speziell für das Werhahn-Geschäft eine Vermögensschaden-Haftpflichtpolice über 300 Millio­nen Euro abgeschlossen.

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Diese Form der Berufshaftpflichtversicherung wird für Freiberufler wie auch für andere Unternehmer immer wichtiger. Denn seit 1999 verdreifachte sich die Zahl der gemeldeten Schäden. Mit teuren Konsequenzen: „Manche Rechts- und Wirtschaftsberater müssen seither das Vierfache an Prämie zahlen“, weiß Hans-Jürgen Rütter.

Anspruchsdenken wächst

Ursache der Klageflut: „Das ­Anspruchsdenken der Mandanten wächst zunehmend“, beobachtet der Geschäftsführer des auf Steuerberater und Anwälte spezialisierten Versicherungsmaklers von Lauff und Bolz aus Köln. „Klienten sind immer schneller enttäuscht und gehen mit ihrem Berater dann vor Gericht, weil sie eine finanzielle Entschädigung erwarten.“

Mit einer Vermögensschaden-Police, der Berufshaftpflichtversicherung für Freiberufler, sind Berater daher gut bedient. „Denn sonst müssen sie für falsche oder unvollständige Beratung mit ihrem gesamten Vermögen haften“, warnt Georg Klinkhammer vom Deutschen Versicherungsschutzverband in Bonn.

Das gilt sowohl für den Rechtsanwalt, der einen fehlerhaften Vertrag aufsetzt, als auch für den Steuerberater, der eine Erklärung fürs Finanzamt zu spät einreicht. Der Versicherungsvertreter, der, ohne dazu berechtigt zu sein, eine Deckungszusage abgibt, muss bei einem Schaden ebenso für die Folgen einstehen wie der Immobilienmakler, der falsche Auskünfte über Baubeschränkungen gibt. Aber auch andere Berufsgruppen sind vor Klagen nicht sicher.

Den vollständigen Artikel können Sie in der impulse-Ausgabe 08/2005, Seite 110, nachlesen.

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