Finanzen + Vorsorge Sinkende Preise, besserer Service

Der Wettbewerb im Factoring-Geschäft nimmt zu. Unternehmer profitieren davon: durch niedrige Kosten und neue Varianten.

Manchmal sind treue Kunden ganz schön teuer: „Unsere Abnehmer zahlen immer später“, klagt Helfried Urban, der Straßenbahnen und Züge in ganz Europa mit Kameras ausrüstet, „90 Tage Zahlungsziel sind für die wichtigsten Geschäfte mittlerweile Standard.“ Zugleich bestehen seine Lieferanten aus Fernost oft auf Vorkasse. So stand der Mitgründer und Chef der KST GmbH aus dem sächsischen Pirna bei seinen Banken oft nur deshalb in der Kreide, weil Kunden ihn wieder aufs Geld warten ließen.

Mittlerweile ist Urban die offenen Posten in der Bilanz los. Denn er verkauft alle Rechnungen an eine Fac­toring-Gesellschaft weiter. Wie alle Factoring-Kunden erhält er dann sofort bis zu 90 Prozent des Rechnungsbetrags. Zudem kümmert sich der Factor um Buchhaltung, Mahnwesen und Inkasso. Gleichzeitig versichert er die Betriebe gegen Zahlungsaus­fälle. Das Dienstleistungspaket, das Urban seit zwei Jahren nutzt, kostet jährlich rund vier Prozent vom Umsatz. Dafür bleibt der Unternehmer auch dann liquide, wenn ein Kunde später zahlt – und seine Kreditlinie ist frei für neue Geschäfte. „Für uns ist Factoring die ideale Finanzierungsart“, sagt Urban. „Und durch die vielen Zusatzservices unterm Strich nicht teurer als Kredit.“

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Zwar nutzen nach Branchenschätzungen bisher erst rund 6000 Unternehmen in Deutschland Factoring. Doch der Markt wächst extrem schnell: Die Branche kaufte im vergangenen Jahr Rechnungen im Wert von insgesamt 60 Milliarden Euro an, 22 Prozent mehr als 2004, und fast doppelt so viel wie vier Jahre zuvor. Der Boom zahlt sich für Unternehmer aus – denn immer mehr Anbieter steigen ins Geschäft mit den Forderungen ein. Vorteil für Unternehmer: „Durch die stark gestiegene Konkurrenz im Factoring-Geschäft sinken die Preise“, weiß Thomas Kirchmer, Finanzierungsfachmann der Steuerberatungskanzlei Rödl & Partner.

Günstige Gebühren

Für verschärften Wettbewerb sorgt unter anderem ABC Factoring, Tochter des Industrieunternehmens Wehrhahn und seit Anfang des Jahres im Factoring aktiv. In Hamburg ging fast zeitgleich die Forfact Exportfactoring als Spezialist für Exporteure an den Start. Die Commerzbank hat im Frühjahr zusammen mit Marktführer Heller Bank die Commerzfactoring gegründet. Und mehrere ostdeutsche Sparkassen sind seit Juni dieses Jahres mit der S-Factoring am Start. Derweil expandieren viele Ausländer auf dem deutschen Markt. Die Factoring-Tochter der Royal Bank of Scotland wächst hier zu Lande mit 70 Prozent. Und der US-Anbieter CIT, ein wei­terer Neuling 2006, ist auf Exportfactoring in die USA und nach Asien spezialisiert.

Den vollständigen Artikel können Sie in der impulse-Ausgabe 09/2006, Seite 104, nachlesen.

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