Finanzen + Vorsorge So wehren Sie sich gegen Firmenbestatter

Dubiose Käufer erwerben in Not geratene Unternehmen und schlachten sie aus. Wie Gläubiger ihre Forderungen trotzdem retten.

Der Auftrag ist verlockend, denkt Malermeister Hermann Greif (Foto) aus Merzig. Das repräsentative Hotel, gleich neben der deutschen Richterakademie in Trier gelegen, soll komplett renoviert werden. Inzwischen füllt der scheinbar sichere Auftrag jedoch mehrere Aktenordner. Ganz obenauf geheftet: ein rechtskräftiges Urteil, das den Bauträger zur Zahlung von 15.000 Euro verpflichtet.

Geld, das Merzig aber wohl nie sehen wird. Denn kurz bevor das vollstreckbare Urteil vorlag, war das Hotel an einen Nigerianer aus Alicante verkauft worden. Auch die Geschäftsunterlagen waren weg. „So sollte wohl verschleiert werden, wo das Geld hingeschafft wurde, das der Bauträger von seinen Auftraggebern bekommen hat“, argwöhnt Greifs Anwalt Hanno Mempel aus Saarbrücken.

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Zahl der Fälle steigt

Jährlich werden tausende von maroden Unternehmen von so genannten Firmenbestattern vor ihren Gläubigern im Ausland versteckt und „entsorgt“, schätzt Doris Möller, Referatsleiterin für Handels- und Firmenrecht beim Deutschen Industrie- und Handelskammertag, die Dunkelziffer der strafbaren Firmenbeseitigungen. Teils mit Wissen der Chefs, teils sind die aber auch selbst die Geprellten. Leidtragende sind immer die Gläubiger. Nur wenn sie schnell handeln, haben sie eine Chance, an ihr Geld zu kommen. Besser noch, sie prüfen vor dem Auftrag die Bonität der Kunden.

Eine Firmenbestattung läuft fast immer gleich ab. Angebliche Unternehmensberater machen Inhabern finanziell angeschlagener GmbHs dubiose Kaufangebote. Einige Chefs sind froh, auf diese Weise ihre Firma los zu werden, und fallen auf die illegale Masche herein. Andere wiederum stecken mit den Ganoven unter einer Decke und wollen sich so ums Bezahlen der ­offenen Rechnungen drücken.

Meist
zahlt der Firmenbestatter nur einen symbolischen Euro und nimmt dafür Verbindlichkeiten, Ärger mit Gläubigern und eine eventuelle Insolvenz auf die eigene Kappe. Notartermin, Übertragung der Anteile, Entlastung des alten, Einsetzung des neuen Geschäftsführers und Verlegung des Firmensitzes ins Ausland dauern oft keine 24 Stunden.

Den vollständigen Artikel können Sie in der impulse-Ausgabe 08/2005, Seite 102, nachlesen.

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