Finanzen + Vorsorge Sparkassen fordern Ausnahmeregel

Kleine und mittelgroße Bankinstitute fühlen sich durch die neuen Kapitalvorschriften unverhältnismäßig stark benachteiligt. Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband warnt davor, europäische Standards nur noch auf Großbanken auszurichten - und fürchtet verteuerte Darlehen für den Mittelstand.

Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) fordert, die verschärften Kapitalvorschriften von Basel III in Deutschland nur auf Großbanken anzuwenden. „Die neuen Eigenkapitalrichtlinien sollten für kleine und mittlere Institute wie Sparkassen und Genossenschaftsbanken nicht gelten“, sagte DSGV-Präsident Heinrich Haasis in einem Zeitungsinterview. Stattdessen solle man sich an den USA orientieren, die Basel III nur für international tätige Banken umsetzen wollen.

Haasis folgt damit den Forderungen der genossenschaftlichen Bankenverbandes BVR, der bereits Ausnahmen von Basel III für die meist kleinen Volks- und Raiffeisenbanken gefordert hatte. Von den 2100 Banken in Deutschland sind 430 Sparkassen und 1140 Genossenschaftsbanken.

Anzeige

Mit der Konzentration der Bankenaufsicht auf europäischer Ebene steige die Gefahr, dass die Standards nur noch auf Großbanken und deren Finanzgeschäfte ausgerichtet seien, sagte Haasis der Zeitung. Nach Basel III müssten Kredite an den Mittelstand mit 30 Prozent mehr Eigenkapital unterlegt werden, was die Darlehen verteuere. Ein Sprecher des Bundesfinanzministeriums wies die Forderung zurück. „Wir sehen kein Bedürfnis für umfassende Ausnahmen für kleinere und mittlere Institute“, sagte er der Zeitung.

Hinterlassen Sie einen Kommentar

(Kommentare werden von der Redaktion montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr freigeschaltet)

Bitte beantworten Sie die Sicherheitsabfrage (Anti-Spam-Schutz): *Captcha loading...