Finanzen + Vorsorge Sparkassen und Volksbanken liegen vorne

impulse hat mehr als 1000 Mittelständler über ihre Bankbeziehungen befragt. Die Analyse verdeutlicht, was Unternehmer von den Geldhäusern erwarten, was sie schätzen, worüber sie sich ärgern. Und die Untersuchung gibt die Antwort auf die Frage: Wer ist Deutschlands beste Mittelstandsbank?

Keine andere Institutsgruppe ist im deutschen Mittelstand so präsent wie die Sparkassen. Von 1003 mittelständischen Firmen, die das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag von impulse befragte, nannten 43 Prozent die örtliche Sparkasse als ihre Hausbank. Selbst die genossenschaftlichen Institute, also Volksbanken und Raiffeisenbanken, liegen mit deutlichem Abstand auf Rang zwei (28 Prozent). Von den großen Geschäftsbanken hat die Commerzbank noch die beste Position mit einem Anteil von neun Prozent.

Auffällig ist, dass die Rangfolge der Hausbanken identisch ist mit dem Grad der Zufriedenheit der Kunden. So sind 60 Prozent der Unternehmen, die eine Sparkasse als ihre erste Adresse nannten, mit ihrem Kreditinstitut „sehr“ oder sogar „außerordentlich zufrieden“. Bei der HypoVereinsbank auf rang fünf. beträgt dieser Wert nur 42 Prozent. Kein Wunder daher, dass bei Mittelständlern, unabhängig davon bei welchem Geldhaus sie Kunde sind, die Sparkassen als die beste Institutsgruppe gelten: 37 Prozent der Befragten nannten auf die Frage, welches Geldhaus „am besten den Anspruch, eine Mittelstandsbank zu sein, erfüllt“ die Sparkassen.

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Die privaten Geschäftsbanken können vor allem bei international tätigen Unternehmen punkten. Da es den regionalen Instituten oft am grenzüberschreitenden Netzwerk fehlt, wickeln viele Mittelständler ihre Auslandsgeschäfte mit einem anderen Geldhaus ab. Erste Adresse: Die Commerzbank, das bevorzugte Institut der Mittelständler für das internationale Geschäft. Von den Unternehmen, die ihre Auslandsaktivitäten von einem anderen Institut als ihrer Hausbank begleiten lassen, entschieden sich 23 Prozent für die den gelben Riesen.

Ergebnis keine Überraschung

Für den Bochumer Bankenforscher Stephan Paul ist dieses Ergebnis durchaus plausibel:
„Die beiden regionalen Bankengruppen sind vor Ort einfach besser erlebbar.“ Zudem seien
in Familienunternehmen die Beziehungen zur regionalen Hausbank oftmals über
Generationen hinweg gewachsen. Wie die Forsa-Studie zeigt, haben dementsprechend drei
von vier Unternehmern ihre Hausbank noch nie gewechselt.

Ein ganz anderes Bild zeigt sich, wenn die mittelständischen Unternehmen häufiger im
Ausland Geschäfte abwickeln. Dann schlägt die Stunde der privaten Geschäftsbanken.
Laut ‚impulse‘ wählen 23 Prozent der Firmenchefs die Commerzbank als Bankpartner für
ihre Auslandsgeschäfte. Die Deutsche Bank wird mit 19 Prozent auf Rang zwei geführt;
dichtauf folgen mit 18 Prozent die Sparkassen.

Als großes Ärgernis in der Geschäftsbeziehung zur Hausbank erweisen sich die
aufwändigen Ratingverfahren, die die Unternehmen heute bei allen Banken durchlaufen
müssen. Vor allem die Intransparenz und die geringe Nachvollziehbarkeit der
Bonitätsprüfungen führt zur Verstimmung.

Zentrale Ergebnisse der Erhebung im Überblick:

mittelstandsbank1

mittelstandsbank2

mittelstandsbank3

Aus dem Magazin
Den kompletten Test finden Sie in der impulse-Ausgabe 08/2010.

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