Finanzen + Vorsorge Stolperfallen in Leasingverträgen

Stolperfallen in Leasingverträgen

Stolperfallen in Leasingverträgen

Leasinggesellschaften beschreiben ihre Angebote selbstverständlich in den schönsten Farben. Unternehmer, die einen Finanzierungsvertrag unterschreiben wollten, sollten jedoch auf die folgenden Punkte achten.

Leasinggesellschaften beschreiben ihre Angebote selbstverständlich in den schönsten Farben. Unternehmer, die einen Finanzierungsvertrag unterschreiben wollten, sollten jedoch auf die folgenden Punkte achten, die im impulse-Leasing-Lexikon aufgeführt sind.

Absicherung: Bei großen Immobilien mit langer Vertragslaufzeit sollten Unternehmer darauf achten, dass das Objekt im Ernstfall nicht zur Konkursmasse der Leasinggesellschaft gehört.

Anzeige

Ende des Vertrags: Auf das Kleingedruckte achten: Wer ist für die Entsorgung des Leasingobjektes zuständig? Einige Verträge verpflichten das Unternehmen dazu, nach Vertragsende den Gegenstand zu übernehmen (Andienungsrecht), andere räumen lediglich eine Kaufoption ein. Darauf achten, ob Schluss- oder Sonderzahlungen für Abbau oder Transport fällig werden.

Finanzamt: Damit das Unternehmen die Leasingraten auch von den Betriebsausgaben absetzen kann, müssen die Verträge vor allem in Sachen Laufzeit wasserdicht sein. Deshalb Abschlüsse mit einer Laufzeit zwischen 40 und 90 Prozent der betrieblichen Nutzungsdauer wählen. Das sind etwa bei Fahrzeugen zwei bis vier Jahre, bei EDV-Equipment 2 bis 4,5 Jahre, bei bestimmten Maschinen vier bis neun Jahre oder bei Immobilien 10 bis 22,5 Jahre.

Fristlose Kündigung: Sollte nur in Ausnahmefällen möglich sein, beispielsweise, wenn das Unternehmen mit mehr als zwei Leasingraten im Rückstand liegt.

Kostenvergleich: Ob sich Leasing im Vergleich zu anderen Finanzierungsmöglichkeiten wie Kredit tatsächlich lohnt, lässt sich nur im Einzelfall prüfen. Für den Vergleich verschiedener Leasingangebote gilt: Sind die Voraussetzungen (Laufzeit, Kilometerleistung, Service und so weiter) gleich, die Summe aller Raten zu einem Zeitpunkt abzinsen (Barwertmethode).

Kündbarer Vertrag: Bei dieser auf unbestimmte Zeit abgeschlossenen Variante kann der Leasingnehmer frühestens nach 40 Prozent der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer den Vertrag kündigen. Dabei werden jedoch Ablösezahlungen fällig, die um so höher ausfallen, je eher die Kündigung eintritt. Hinzu kommt, dass solche Abkommen vor dem eigentlichen Vertragsende gekündigt werden müssen. Ansonsten zahlt der Nutzer die fälligen Leasingraten weiter.

Leasingrate: Clevere Unternehmer lassen sich die Rate im Vertrag genau aufschlüsseln. Neben den tatsächlichen Mietkosten gehören auch Verwaltungskosten, Gewinnmarge und ein Risikozuschlag für Kunden bestimmter Branchen hinein. Eventuell lässt sich der eine oder andere Betrag noch herunterhandeln.

Restwert: Leasinggeber wollen den Wert des Objektes bei Vertragsende so niedrig wie möglich ansetzen. Der Grund: Mit höheren Leasingraten minimieren die Finanziers ihr Risiko. Wird zudem das Objekt zu einem höheren Preis verkauft, streicht die Gesellschaft 75 Prozent des Mehrerlöses ein, der Unternehmer die restlichen 25 Prozent. Deshalb auf einen realistischen Restwert achten. Am besten vor Vertragsunterschrift den Hersteller fragen beziehungsweise auf einen unabhängigen Gutachter bestehen.

Sale-and-lease-back: Nach diesem Verfahren arbeiten manche Unternehmen, um sich Liquidität zu beschaffen oder gegebenenfalls Steuervorteile auszuschöpfen. Die Firmen verkaufen dabei eine eigene Immobilie oder Mobilie an eine Leasinggesellschaft und mieten sie anschließend zurück.

Teilamortisationsvertrag: Mit der Summe aller Leasingraten zahlt das Unternehmen nur einen Teil der Anschaffungskosten ab. In der Regel werden höherwertige Objekte, deren Lebensdauer die Nutzungsdauer in der Firma übersteigt, zum Beispiel Autos, über diese Variante finanziert. Die Vertragspartner können vereinbaren, dass nach Ablauf der Grundmietzeit das Objekt an den Leasinggeber zurückfällt, oder es zum Zeitwert an eine dritte Person verkauft wird. Der Leasingnehmer kann auch als gleichberechtigter Kaufinteressent auftreten. Mit dieser Vertragsgestaltung ist regelmäßig auch ein „Andienungsrecht“ verbunden: Der Leasinggeber kann verlangen, dass die Firma das Objekt zum vereinbarten Restwert kauft.

Vollamortisationsvertrag: Bei diesen Verträgen zahlt das Unternehmen die vollständigen Anschaffungskosten plus Zinsen. Diese Ausführung kommt vor allem für Objekte mit kurzer Lebensdauer wie beispielsweise EDV-Anlagen in Frage. Für das Ende kann vereinbart werden, dass nach Ablauf der Grundmietzeit das Objekt an den Leasinggeber zurückfällt, der Leasingnehmer das Objekt zu einem geringen Restbuchwert kaufen kann oder der Leasingnehmer die Leasingzeit verlängern kann.

Wartungs- und Reparaturkosten: Im Vertrag steht, wer für anfallende Kosten aufzukommen hat und welche Leistungen tatsächlich zum Kostenblock gehören. Meist werden diese Anforderungen über zusätzliche Serviceverträge abgedeckt.

Zahlungsweise: Der günstigste Termin ist das Monats- oder Quartalsende. Das verringert den Effektivzins der Finanzierung.

Hinterlassen Sie einen Kommentar

(Kommentare werden von der Redaktion montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr freigeschaltet)

Bitte beantworten Sie die Sicherheitsabfrage (Anti-Spam-Schutz): *Captcha loading...