Finanzen + Vorsorge Studie zu Basel II: Eigenkapital nachrangig

Software fürs Rating

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Qualitative Kriterien wirken sich nachhaltiger auf das Ratingergebnis aus, als die Eigenkapitalquote. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie der Norddeutschen Landesbank.

Entgegen der bisherigen öffentlichen Meinung wirkt sich die Eigenkapitalquote beim Rating nicht stark aus. Viel wichtiger für eine gute Note bei der Bank sind die qualitativen Kriterien. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle, interne Auswertung der ersten Unternehmenratings nach den neuen Basel II-Kriterien der Nrddeutschen Landesbank (NordLB) in Hannover.

Die neuen Eigenkapitalrichtlinien (Basel II) schreiben den Banken vor, die Kreditzinsen künftig stärker an der Bonität des Kreditnehmers auszurichten. Das bedeutet: Unternehmen mit schlechter Bonität zahlen mehr, Firmen mit guter Bonität zahlen weniger Zinsen. Die Bonität wird durch ein im Mittelstand bisher nicht gebräuchliches Rating festgelegt. Die neuen Richtlinien gelten ab 2006. Die meisten Banken beurteilen die Bonität ihrer Schuldner aber schon ab dem kommenden Jahr.

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Die Studie der NordLB zeigt: Die Eigenkapitalquote ist nicht die alles beherrschende Kennzahl im Bilanzrating. „Sie ist zwar wichtig, aber nicht das Wichtigste“, so Eberhard Brezski von der NordLB. Der Anteil des Eigenkapitals geht zwar mit einem hohen Gewicht in die Gesamtnote des Ratings ein. Sie führt aber nur im Zusammenhang mit schlechten Bilanzrelationen zu schlechteren Noten.

Viel deutlicher schlagen qualitative Kriterien wie ein gutes Controlling und die Qualität des Managements bei der Ratingnote zu Buche. 45 Prozent der untersuchten Unternehmen verbesserten ihr Rating mit Hilfe guter qualitativer Noten. Bei 35 Prozent der Firmen führten schlechte qualitative Ergebnisse zu einer schlechteren Ratingnote. „Insbesondere kleinere Unternehmen müssen bereits heute mit der Beseitigung der typischen Mittelstandsschwächen beginnen“, folgert Eberhard Brezski.

Denn auch das hat die Studie gezeigt. Die größten Verbesserungspotenziale bestehen bei den typischen Schwächen des deutschen Mittelstands: Planungs- und Steuerungsinstrumenten, Controlling, Vertriebssteuerung und Lagermanagement.

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