Finanzen + Vorsorge Teures Wohnen: Mieten steigen 2014 um drei Prozent

Mieter in Deutschland sind mit immer höheren Preisen konfrontiert. Der Trend setzt sich laut Immobilienwirtschaft auch in diesem Jahr fort.

Bei Neuvermietungen von Wohnungen in Deutschland steigen nach Einschätzung der Immobilienbranche die Mietpreise in diesem Jahr im Schnitt um rund drei Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der Anstieg der Mieten bleibe somit auf dem Niveau von 2013, teilte der Zentrale Immobilien Ausschuss (ZIA) am Dienstag in Berlin mit.

Von Preissteigerungen sind insbesondere die Zentren der Großstädte betroffen. Spitzenreiter waren 2013 München und Berlin. Die Mieten in den ersten drei Quartalen 2013 lagen in München um 6,9 Prozent höher als im Vorjahreszeitraum. In Berlin waren es 6,6 Prozent. In Köln (4,5 Prozent), Hamburg (4 Prozent) und Frankfurt (3,2 Prozent) fiel der Anstieg etwas moderater aus.

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Nachfrage steigt, Leerstände werden weniger

Gründe für die Zunahme der Mietpreise seien unter anderem eine steigende Nachfrage und sinkende Leerstände. Eine Überhitzung des Immobilienmarktes sieht der Ausschuss nicht. „Es wird keine Preisblase geben“, sagte ZIA-Präsident Andreas Mattner bei der Übergabe eines Immobilien-Berichts an Florian Pronold (SPD), Parlamentarischer Staatssekretär im Bauministerium.

Mit Blick auf die allgemein steigenden Verbraucherpreise sei Wohnen im Jahr 2013 billiger gewesen als 2006, teilte der ZIA mit. Pronold verteidigte die von der Regierung geplante Mietpreisbremse gegen Kritik der Immobilienverbände. „Mieten bleiben weiterhin ein hoher Kostenfaktor für Menschen besonders im mittleren und niedrigen Einkommensbereich“, sagte Pronold. Um Mieter zu entlasten, müsste neben der Einführung einer Preisbremse aber auch Neubautätigkeiten angekurbelt werden.

Seit 2007 21 Prozent Preissteigerung in Städten 

Im Mittel stiegen die Mietpreise für Wohnungen in der Stadt nach den ZIA-Angaben zwischen 2007 und 2013 um 21 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr mussten Mieter vergangenes Jahr im Schnitt 4,5 Prozent mehr für ihre Wohnung berappen. Auf dem Land waren es lediglich 2,7 Prozent mehr. Für eine Vergleichswohnung mit 60 bis 80 Quadratmetern zahlen laut ZIA Mieter in der Stadt momentan 26 Prozent mehr als Mieter im ländlichen Raum.

ZIA-Präsident Mattner warnte davor, mit der von der Bundesregierung geplanten Mietpreisbremse den Neubau von Wohnungen zu bremsen. Verbraucherminister Heiko Maas (SPD) will im März einen entsprechenden Gesetzentwurf vorlegen. Laut Koalitionsvertrag sollen die Bundesländer bei Bedarf künftig festlegen dürfen, dass bei einem Mieterwechsel die neue Wohnungsmiete maximal zehn Prozent über dem ortsüblichen Niveau liegt.

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