Finanzen + Vorsorge Verbraucherschützer werfen Banken Abzocke vor

Die Verbraucherzentralen haben zehn Finanzinstitute wegen ihrer Zinspolitik abgemahnt. Bei den betreffenden Banken sei die Höhe der Dispozinsen regelrecht unverschämt.

Die Verbraucherzentralen gehen juristisch gegen Banken wegen zu hoher Dispozinsen vor. Zehn Institute seien wegen verbraucherunfreundlicher Klauseln abgemahnt worden, teilte der Bundesverband der Verbraucherzentralen (VZBV) am Dienstag mit. Die betroffenen Banken würden aber zunächst nicht genannt. Eine Erhebung der Stiftung Warentest zur Höhe der Dispozinsen belege, dass die Kunden abgezockt würden. Der durchschnittliche Überziehungszins betrage noch immer elf Prozent, die Spitzen lägen bei 15 Prozent. Diese Zinspolitik der Banken sei unverschämt.

Zudem seien die Zinsanpassungsklauseln fragwürdig, in denen sich die Institute das Recht vorbehielten, die Zinsen nach eigenem Ermessen anzupassen. Die Organisation kritisierte, die Banken würden von ihren Kunden hohe Zinssätze verlangen, während sie selbst für Kredite kaum Zinsen zahlen müssten.

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„Die Zinshöhe ist das eine Ärgernis, die Willkür bei der Zinsgestaltung das andere“, erklärte VZBV-Vorstand Gerd Billen. Verbraucher müssten nachvollziehen können, wie und wann sich die Zinsen veränderten. Die Zinsanpassungsklauseln seien aber unverständlich. Zum Teil verstießen sie gegen das Zahlungsdiensterecht, wonach Verbraucher bei Zinsanpassungen nicht benachteiligt werden dürften.

Der VZBV bekräftiget seine Forderung nach einer gesetzlichen Deckelung der Gewinnmarge zwischen den Überziehungs- und den Refinanzierungszinsen. „Damit wären unverhältnismäßig hohe Zinssätze passé, ohne dass die Kreditwirtschaft ihren marktwirtschaftlichen Spielraum verliert“, sagte Billen.

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