Finanzen + Vorsorge Wachsender Einfluss von Maklern

Während der Beratungsbedarf aus Sicht der Firmenverantwortlichen zu Fragen der betrieblichen Altersversorgung (bAV) beständig sinkt, hat sich der Einfluss der Makler auf das bAV-Geschäft deutlich erhöht.

Das sind zwei der Ergebnisse des „bAV-Reports 2004“ der Kölner Psychonomics AG. Für die Studie wurden in der Zeit zwischen dem 14. und 29. Oktober dieses Jahres 563 bAV-Verantwortliche aus unterschiedlichen Branchen befragt.

Auf die Frage, wie hoch sie ihren eigenen Beratungsbedarf hinsichtlich der betrieblichen Altersversorgung und insbesondere der Entgeltumwandlung einschätzen, gaben 43 Prozent der Interviewten an, keinen Bedarf zu haben. Ein Jahr zuvor äußerten das nur 21 Prozent.

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Weitere 18 Prozent bezeichneten ihren Bedarf an Beratung als gering und 22 Prozent als mittelmäßig. Lediglich 5 Prozent bekundeten einen sehr hohen Beratungsbedarf.

Ein etwas anderes Bild ergab sich bei jenen Befragten, die in ihrem Unternehmen zurzeit konkret über den Abschluss einer bAV nachdenken. Hier bekundeten nur noch 15 Prozent der Verantwortlichen keinerlei Beratung zu benötigen.

Gefragt, mit welchen Finanzdienstleistern die Firmen bezüglich der bAV zusammenarbeiten beziehungsweise eine Zusammenarbeit planen, antworteten 77 Prozent, sich direkt an einen Versicherer wenden zu wollen. Im Oktober 2003 waren es noch 66 Prozent.

Versicherungsmakler und unabhängige Berater konnten im gleichen Zeitraum ihre Position mit einem Sprung von 10 auf 23 Prozent mehr als verdoppeln.

Obwohl in über 90 Prozent aller befragten Unternehmen mit über 50 Beschäftigten eine betriebliche Altersversorgung angeboten wird (bei unter 50 Beschäftigten beträgt die Quote 58 Prozent), wird dieses Angebot im Durchschnitt von nur 46 Prozent der Mitarbeiter genutzt.

Dabei scheint das Interesse der Beschäftigten an einer zusätzlichen Altersversorgung über ein Modell ihres Arbeitgebers durchaus vorhanden zu sein. Denn nach Aussage der bAV-Verantwortlichen sind immerhin 35 Prozent der Mitarbeiter am Abschluss eines solchen Vertrages interessiert.

Kleinere Betriebe sind besonders spendabel

Die meisten Modelle werden durch die Arbeitnehmer in Form der Entgeltumwandlung selber finanziert (durchschnittlich 39 Prozent). Bei der Finanzierung spielt die Betriebsgröße aber eine nicht unerhebliche Rolle.

So zeigen sich insbesondere bei der reinen Arbeitgeber-Finanzierung kleinere Betriebe spendabler als größere.

Bei der Frage, auf welchen Wegen mit den Beschäftigten über die Möglichkeiten einer bAV kommuniziert wird, bevorzugen 74 Prozent der Unternehmen schriftliche Informationen. Ein Jahr zuvor wurde dieser Kommunikations-Kanal von nur 54 Prozent der Firmen genutzt.

Auch Informationsveranstaltungen für die Mitarbeiter gewinnen immer mehr an Bedeutung. Wurden solche Veranstaltungen im Oktober 2003 von 35 Prozent der Unternehmen genutzt, waren es in diesem Jahr bereits 48 Prozent.

Von Firmen, die ihren Beschäftigten keine betriebliche Altersversorgung anbieten, nannten 36 Prozent mangelndes Interesse ihrer Mitarbeiter als Grund. Kostengründe und ein zu großes Risiko wurden von 14 beziehungsweise 15 Prozent angeführt. Nur mal 6 Prozent der Unternehmen halten den Organisations-Aufwand für zu hoch.

Für Versicherer und Vermittler sicherlich nicht ganz uninteressant ist die Frage, wie viele Firmen in absehbarer Zeit die Einrichtung einer bAV planen. Auf diese Frage antworteten 12 Prozent der Firmenverantwortlichen mit Ja.

Der „bAV-Report 2004“ kann zum Preis von 2.996 Euro bei der Psychonomics AG erworben werden.

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