Finanzen + Vorsorge Warum Unternehmer eine Betriebshaftpflichtversicherung brauchen

Unfälle passieren überall. Wenn beispielsweise ein Kunde stürzt, kann das für ein Unternehmen enorm teuer werden. So schützen Sie ihren Betrieb.

Betriebshaftpflichtversicherungen decken Schäden an Dritten ab, die der Betrieb verursacht. Ob der Besucher vom Stuhl fällt, eine Wasserlache im Lebensmittelgeschäft für den Sturz eines Kunden sorgt oder eine Chemiewolke entweicht und möglicherweise Gesundheitsschäden anrichtet – in allen diesen Fällen haftet das Unternehmen. Die Versicherungssumme sollte sich nach dem größten der vorstellbaren Schadenfälle richten.

Auch ein Supermarkt kann für Millionenforderungen in Anspruch genommen werden. Ein unebener Parkplatz reicht, wenn eine Kundin mit dem Einkaufswagen hängenbleibt, stürzt, sich einen komplexen Bruch zuzieht und ihren Beruf nicht mehr ausüben kann.

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Die Produkthaftpflicht deckt dagegen Schäden ab, die durch ein defektes Produkt angerichtet werden – das entweder zum Tod, zu Krankheit oder Verletzung führt oder eine Sache beschädigt.

Jedes Unternehmen braucht eine Betriebshaftpflicht. Herstellende und importierende Unternehmen benötigen auch eine Produkthaftpflichtpolice.

Beim Abschluss einer Betriebshaftpflichtversicherung muss die Unternehmensleitung zwingend darauf achten, dass alle Tätigkeiten des Betriebes und alle möglichen Risiken in einer Aufstellung erfasst werden. Nur wenn sie im Versicherungsschein aufgelistet sind, besteht Versicherungsschutz.

Selbstständige in Bürogemeinschaften und Unternehmen mit einer verschachtelten Struktur müssen darauf achten, dass alle rechtlich selbstständigen Firmen Versicherungsschutz haben. Es reicht nicht aus, wenn die Obergesellschaft eine Versicherung abschließt. Für jede Tochter muss explizit Versicherungsschutz bestehen.

Produkthaftpflichtpolicen werden jeweils individuell für einen Betrieb je nach Risikolage ausgestellt. Die Art der Produkte, das Produktions- oder Importvolumen und die Zielmärkte spielen dabei die Hauptrolle. Sowohl Endhersteller als auch Zulieferer haften.

Wenn ein Hersteller ein Produkt aber nicht in Verkehr gebracht hat, haftet er nicht – wenn ein Dieb einen Unfall wegen eines Fehlers an dem gestohlenen Auto-Prototyp hat, haftet der Hersteller nicht. Baut ein Endhersteller ein zugeliefertes Teil falsch ein, entfällt die Haftung des Zulieferers.

Wenn ein Fehler zum Zeitpunkt, an dem ein Produkt verkauft wurde, nach dem Stand der Wissenschaft und Technik nicht erkennbar war, haftet der Hersteller ebenfalls nicht. Dasselbe gilt für Fälle, in denen das Produkt zwingenden Rechtsvorschriften entsprach, nach denen ein Produkt nur so und nicht anders hergestellt werden konnte.

Was kostet der Versicherungsschutz?

Die Preise für die Betriebshaftpflichtversicherung richten sich nach der Betriebsgröße, meistens gemessen an der Beschäftigtenzahl. Ein kleiner Betrieb mit fünf oder weniger Mitarbeitern sollte kaum mehr als 200 Euro im Jahr zahlen. Die Produkthaftpflicht kann bei entsprechender Risikolage – etwa der Lieferung in die USA – in die Millionen gehen.

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