Finanzen + Vorsorge Was Sie bei einer Zwangsversteigerung beachten müssen

Gewerbeimmobilien sind teuer. Eine Alternative zum Eigenbau oder -kauf mit teurer Finanzierung kann der Erwerb eines zwangsversteigerten Objektes sein.

Der Kauf oder Bau einer Gewerbeimmobilie ist teuer. Und die Banken sind mit Finanzierungen vorsichtig geworden. Sie können Geld sparen, indem Sie eine Produktionshalle, ein Ladenlokal oder ein Bürogebäude bei einer Zwangsversteigerung erwerben. Bevor Sie sich aber dazu entschließen, sollten Sie sich gut darüber informieren, wie eine Zwangsversteigerung abläuft:

Termine und nähere Informationen zu Zwangsversteigerungen bekommen Sie bei den Amtsgerichten. Überregionale Termine erhalten Sie beim jeweiligen Regierungspräsidenten oder im Staatsanzeiger bei der Landesregierung. Einen bundesweiten Versteigerungskalender gibt die Argetra Verlagsagentur heraus. Gewerbe- und Renditeimmobilien, die versteigert werden, können Sie bundesweit in der Datenbank von Argetra und impulse.de suchen.

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Tipp:

Informieren Sie sich über alle anstehenden Termine, bevor Sie zu Ihrer ersten Zwangsversteigerung gehen. Es ist sinnvoll, zu ein oder zwei Terminen zu gehen, um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie eine Zwangsversteigerung abläuft.

Das Risiko bei einer Versteigerung ist, eine Bruchbude zu erstehen. Es gibt dann niemanden, der für die Mängel haftbar gemacht werden kann. Sie alleine sind verantwortlich für die Immobilie, die Sie ersteigern. Darum ist es besonders wichtig, dass Sie sich vor der Versteigerung genauestens über die Immobilie informieren. Das heißt: Schauen Sie sich das Objekt von innen an, und nehmen Sie dazu einen Bauexperten mit. Einen Termin können Sie über die Gläubigerbank ausmachen. Gehen Sie danach zum Amtsgericht. Dort bekommen Sie Einblick ins Grundbuch. Gerüstet mit all diesen Informationen können Sie abwägen, ob diese Immobilie etwas für Sie ist.

Vergessen Sie Ihren Personalausweis nicht, wenn Sie zur Versteigerung gehen! Dort werden in der Bekanntmachungsphase die Formalitäten verlesen. Das dauert bis zu 30 Minuten. Dann beginnt die Bietstunde.

Tipp:

Seien Sie wachsam! Manchmal sitzen Preistreiber im Publikum. Die können von der Bank kommen und versuchen den Preis nach oben zu heben. Je mehr Geld die Versteigerung bringt, um so besser für sie.

Als Bieter sollten Sie sich ein Limit setzen, das Sie für sich behalten. Außerdem sollten Sie in unregelmäßigen Schritten Ihr Angebot erhöhen. Das kann die Konkurrenz verunsichern.
Sie können bis zur letzten Sekunde mitbieten. Haben Sie dann tatsächlich die Immobilie ersteigert, müssen Sie eine Sicherheitsleistung bezahlen. Das sind in der Regel zehn Prozent des Kaufpreises, die bar oder als Scheck bezahlt werden müssen. Außerdem fällt noch eine geringe Zuschlagsgebühr an. Darin enthalten sind die Kosten für die Grundbucheintragung und die Grunderwerbsteuer. Die restliche Summe wird erst einige Wochen später beim sogenannten Verteilungstermin fällig.

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