Finanzen + Vorsorge Wie man eine Bilanz erstellt

Um diese Aufstellungen kommt kein Unternehmer herum - schon aus purer Vernunft, aber auch aus rechtlicher Pflicht. Doch was genau ist eine Bilanz und wie erstellt man sie?

Nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuchs (HGB) muss jeder Kaufmann zu Beginn seiner Tätigkeit eine Eröffnungsbilanz erstellen. Außerdem ist zum Abschluss eines jeden Geschäftsjahres eine Aufstellung über das Vermögen und das Kapital der Firma zu machen.

Darüber hinaus kann es sinnvoll sein, auch unterjährig eine Bilanz zu verfassen – zum Beispiel, wenn eine Finanzierungsrunde oder eine Unternehmensbewertung ansteht.

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Nach der umfassenden Reform des HGB sind Einzelkaufleute von der Aufstellung eines Jahresabschlusses (Bilanz inklusive Gewinn- und Verlustrechnung (GuV)) befreit, die an zwei aufeinander folgenden Geschäftsjahren nicht mehr als 500.000 Euro Umsatzerlöse und 50.000 Euro Jahresüberschuss aufweisen.

Für den Jahresabschluss sind folgende Fristen einzuhalten: Bis zum Ende des 1. Quartals nach Abschluss des Geschäftsjahres müssen die Bilanz alle großen und mittelgroßen Kapitalgesellschaften fertig gestellt haben. Das sind alle Firmen, die an zwei aufeinanderfolgenden Bilanzstichtagen mindestens zwei der drei folgenden Merkmale überschreiten:

– Im Jahresdurchschnitt 50 Arbeitnehmer

– 9,68 Mio. Euro Umsatzerlöse innerhalb eines Geschäftsjahres.

– 4,84 Mio. Euro Bilanzsumme nach Abzug eines ausgewiesenen Fehlbetrags.

Kleine Kapitalgesellschaften können sich bis zu sechs Monate Zeit lassen. Kapitalgesellschaften, eingetragene Genossenschaften und Personenhandelsgesellschaften ohne eine natürliche Person als persönlich haftender Gesellschafter (zum Beispiel GmbH Co. KGs) sind verpflichtet, ihre Bilanz spätestens zwölf Monate nach Abschluss des Geschäftsjahres zu veröffentlichen. Dies erfolgt im elektronischen Bundesanzeiger .

Wer legt Wert auf eine Bilanz?

Zunächst einmal der Unternehmer selbst. In der Bilanz werden auf der Aktivseite alle Vermögensgegenstände aufgelistet, auf der Passivseite werden die Finanzierungsmittel festgehalten. Damit liegt ihm eine vollständige Dokumentation der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Betriebs zu einem Stichtag vor. Die Bilanz ist folglich Grundlage für seine weitere Planung. Zudem wird sie von den Banken und Gläubiger als Kriterium für die Kreditvergabe herangezogen. Außerdem legt das Finanzamt auf Basis der Zahlen die Steuerschuld der Firma fest.

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