Finanzen + Vorsorge Wie Sie jetzt Vermögen und Rente absichern

Beim privaten Schutz von Familie, Beruf und Alter ist nichts mehr, wie es war. Gravierende Änderun­gen bei Rente, Lebensversicherungen und an den Ka­pi­tal­märk­­ten erfordern eine neue Optimierung der Vorsorge. Die besten Strategien für jedes Alter.

Man kann sich darüber ärgern, man kann auf „die in Berlin“ schimpfen, und man kann das Ganze auch sportlich sehen – wie Klaus Neumann. „Erst vor vier Jah­ren habe ich meine Altersversorgung neu strukturiert. Und jetzt muss ich schon wieder ‚ran“, sagt der 59-jährige Raucherbedarfsgroßhändler, „doch immerhin kann ich mir damit beweisen, wie flexibel ich noch bin.“

Der Unternehmer aus dem Siegerland braucht in der Tat ein hohes Maß an Flexibilität. Er muss alle Entscheidungen aus jener Zeit infrage stellen. Denn das Umfeld, in dem er seine finanzielle Absicherung fürs Alter geplant hatte, wandelt sich ständig – der Gesetzgeber sorgt immer wieder für neue Rahmenbedingungen, und die Kapitalmärkte stellen sich ebenfalls völlig verändert dar.

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„Jetzt die private Vorsorge auf den Prüfstand zu stellen kann ich jedem Unternehmer nur dringend ans Herz legen“, mahnt Tom Friess, Geschäftsführer des VZ Vermögenszentrums in München, „denn die Änderungen können gravierende Folgen für Chef und Familie haben.“ Also Zeit zum Handeln.

Damit impulse-Leser ihre persönliche Situation diskret und mit geringem Aufwand überprüfen lassen können, startet die Redaktion eine gemeinsame Aktion mit den Experten von VZ. Der Vorsorgecheck gibt Aufschluss über Schwachstellen in der Vermögensstruktur, nennt die notwendigen Korrekturen – und ist mit 150 Euro extrem preisgünstig. Außerdem: An zehn Beispielfällen demonstriert impulse, worauf es bei der Optimierung des Vorsorgepolsters ankommt.

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Und zu optimieren gibt es da einiges. Zum einen hat sich der gesetzliche Rahmen gewaltig verschlechtert, zum anderen muss jede Vorsorgestrategie die dramatischen Entwicklungen von Kursen und Renditen an den Wertpapiermärkten berücksichtigen. Hier die wichtigsten vier Änderungen:

Erstens: Berlin will mit einschneidenden Maßnahmen das stark wankende Fundament der gesetzlichen Rentenversicherung stabilisieren. Die Altersgrenze für den Einstieg in die gesetzliche Rente (derzeit 65 Jahre) wird kontinuierlich um einen, später um zwei Monate angehoben, bis 2024 die neue Altersgrenze von 67 Jahren erreicht ist. Wer weiterhin mit 65 Jahren ins Pensionärsdasein wechseln will, muss Abschläge einkalkulieren. Davon betroffen sind auch eine Million Firmenchefs, die freiwillig in die staatliche Kasse einzahlen.

Zweitens: Rentner werden verstärkt zur Kasse gebeten. Bei Renten aus der gesetzlichen Versicherung wird seit 2005 nicht mehr nur der Ertragsanteil besteuert, sondern – im Prinzip – der gesamte Betrag. Allerdings gibt es hier eine langfristige Übergangsregelung. Im laufenden Jahr werden 54 Prozent der Rentenüberweisung mit Einkommensteuer belegt. Dieser Prozentsatz klettert in Zwei-, später in Ein-Prozent-Schritten, bis 2040 das Endziel 100 Prozent – volle Besteuerung der Rente – erreicht ist. Folge: Die gesetzliche Altersrente rechnet sich kaum noch, sie „droht zu einem teuren Auslaufmodell zu werden“, kritisiert Rolf Ponzelet, der langjährige Präsident der deutschen Rentenberater.

Drittens: Auch die Lebensversicherung ist längst nicht mehr das Nonplusultra der Altersvorsorge. 2005 wurde die ehemals so lukrative Steuerfreiheit der ausgezahlten Beträge abgeschafft. Jetzt kassiert der Fiskus für die Hälfte des Gewinns (Auszahlungsbetrag abzüglich geleisteter Einzahlungen) Einkommensteuer. Ist der Empfänger jünger als 60 Jahre (oder liegt die Laufzeit unter zwölf Jahren, was auch bisher schon galt), wird sogar der gesamte Gewinn besteuert. Außerdem: Die von den Versicherern garantierten Renditen sind
in den vergangenen Jahren dramatisch gesunken – von über sieben Prozent im Jahr 2000 auf derzeit nur noch rund 4,3 Prozent. In den kommenden Jahren dürften die Versicherungskunden „bestenfalls mit stagnierenden Renditen“ rechnen, prognostiziert Manfred Poweleit, Herausgeber des Fachblatts „MAP-Report“.

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Viertens: Die gute Nachricht – die Pessimisten lagen falsch. Anders als von vielen befürchtet, erholten sich die weltweiten Aktienmärkte – und besonders der deutsche – in den letzten Jahren nachhaltig vom Crash der Jahre 2000/2002. Indes, viele Anleger trauten sich nicht, rechtzeitig wieder in Aktien einzusteigen. An der Hausse haben sie nicht mitverdient. Doch selbst für diese Zauderer eine gute Nachricht: Zum Einstieg ist es noch nicht zu spät.

Allerdings sind auch hier Änderungen zu berücksichtigen, an denen Finanzminister Peer Steinbrück und seine Mannen derzeit noch basteln. Geplant ist, Kapitalerträge und Kursgewinne ab 2009 mit einer Pauschalsteuer von 25 Prozent zu belegen. „Diese Abgeltungsteuer hat direkte Auswirkungen auf die Nachsteuerrenditen der verschiedenen Anlageklassen“, sagt Ulrich Stephan, oberster Vermögensmanager beim Finanzdienstleister MLP.

Auf die Mischung kommt es an

Vier Probleme, eine Erkenntnis: Beim Thema Vorsorge besteht dringender Handlungsbedarf. „In den vergangenen Jahren haben sich die finanziellen Voraussetzungen für ein sorgenfreies Leben hierzulande gewaltig geändert“, resümiert VZ-Geschäftsführer Tom Friess. Doch den richtigen Mix zu finden, der alle Faktoren optimal berücksichtigt, ist leider schwierig. Versicherungen, Banken, Investmentgesellschaften und Heerscharen anderer Finanzdienstleister überbieten sich mit lukrativen Anlageempfehlungen – für jeden Familienstand, jedes Alter und jede erdenkliche Lage.

Um die Bandbreite möglicher Vorsorgemaßnahmen zu zeigen, hat impulse zusammen mit den Experten des Vermögenszentrums in München die finanzielle Vorsorgesituation von zehn fiktiven Firmenchefs beispielhaft unter die Lupe genommen. Die Modell-Unternehmer unterscheiden sich nicht nur durch ihr Alter, sondern auch durch ihre Lebenssituationen – beruflich wie privat. Da gibt es den Jungunternehmer in der Startphase, den frisch Geschiedenen, die lebenslustige Spediteurin oder den Bonvivant, der nur noch Golfen und Reisen im Sinn hat. Aber allen gemein ist, dass sie durch überlegtes Handeln ihre finanzielle Position im Alter spürbar verbessern können.

„Wer jetzt seine Vorsorgestrategie neu festlegt, kann getrost in die nahe Zukunft blicken“, sagt Experte Friess. „Er sollte die Absicherungsmaßnahmen jedoch spätestens erneut unter die Lupe nehmen, wenn sich die berufliche oder familiäre Situation ändert oder neue gesetzliche Vorschriften kommen. Besser ist jedoch eine alljährliche Prüfung.“ Rahmenbedingungen ständig beobachten und bei Änderungen alle Stellschrauben neu justieren – was Alltag eines gewieften Unternehmers in seiner Chefetage ist, darf im privaten Umfeld auch kein Problem bereiten.

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