Finanzen + Vorsorge Wie Unternehmer vererben

Wie Unternehmer vererben

Wie Unternehmer vererben

Wird Betriebsvermögen vererbt, bedient sich der Fiskus besonders gerne. Worauf Firmenchefs deshalb achten sollten.

In Deutschland wächst eine Erbengeneration heran. Bei rund 380.000 kleinen und mittleren Unternehmen trennt sich in den nächsten Jahren der Chef von seinem Lebenswerk und macht Platz für die nächste Generation.

Für das Finanzamt macht es dabei keinen Unterschied, ob der Unternehmer sein Betriebsvermögen schon zu Lebzeiten an den Nachfolger verschenkt oder nach seinem Tode vererbt. Bei beiden Modellen hält der Fiskus seine Hand auf – und zwar beim neuen Firmeninhaber.

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Zum Betriebsvermögen zählt das Erbschaftssteuer- und Schenkungssteuergesetz (ErbStG) dabei:

  • inländisches Betriebsvermögen
  • Vermögen aus Land- und Forstwirtschaft
  • Beteiligungen an Kapitalgesellschaften

Letztere werden von der Erbschaftssteuer nur erfasst, wenn eine wesentliche Beteiligung vorliegt. Dafür liegt die Grenze bei 25 Prozent des Nennwertes einer Gesellschaft. Liegt der Anteil darunter, zählt er nicht zum Betriebsvermögen. Er ist aber einkommenssteuerpflichtig, wenn er über der Wesentlichkeitsgrenze für die Einkommensteuer von einem Prozent liegt.

Wird ein Unternehmen vererbt, gilt ein Betriebsvermögensfreibetrag von 256.000 Euro. Diese Summe gilt für den gesamten Betrieb. Diesen Freibetrag können Unternehmer unter den Erben nach ihrem eigenem Gutdünken aufteilen. Dazu genügt eine schriftliche Erklärung gegenüber dem Finanzamt. Wie bei privaten Schenkungen auch, gilt dieser Freibetrag alle zehn Jahre neu.

Ist der Freibetrag höher als das zu vererbende Betriebsvermögen, verfallen die nicht genutzten Teile des Freibetrages und können auch nicht auf spätere Jahre übertragen werden.
Ist das Betriebsvermögen sehr viel höher als der Freibetrag von 256.000 Euro, muss der Erbe auf den Rest Steuern zahlen. Von dem verbleibenden Betriebsvermögen zieht das Finanzamt weitere 40 Prozent ab. Die restlichen 60 Prozent sind zu versteuern. Dafür gilt immer die Erbschaftsteuerklasse eins, also für Kinder und Ehegatten. Dafür nennt das Finanzamt allerdings eine Bedingung: Der Erbe muss das Unternehmen mindestens fünf Jahre weiterführen. Ansonsten entfallen alle Begünstigungen.

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