Finanzen + Vorsorge Wo Risiko sich lohnt

Die größeren Venture-Capital-Gewinne werden in Europa gemacht und nicht in den USA.

Wagniskapital bringt in Europa viel mehr ein als in den USA. Risikokapitalgebern gelingt doppelt so oft ein „home run exit“ wie in den USA. Der Ausdruck steht für Gewinne, die mindestens zehnmal so hoch sind wie das investierte Geld. Mit diesem Ergebnis überrascht eine Studie von Dow Jones Venture Source, für die alle Einsätze von Venture-Capital in den USA und Europa zwischen Januar 2004 und Juni 2008 berücksichtigt wurden. Dabei entfielen auf Europa nur 18 Prozent der eingesetzten Summen, dafür aber 41 Prozent der Gewinne.

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Das liege daran, dass „man hier weniger zahlt“, sagt Dirk Söhnholz, Gesellschafter von Feri. Die Märkte seien kleiner und ineffizienter. „Das eröffnet Chancen, weil man billig kaufen und Erfolge in andere Länder übertragen kann.“ Das funktioniere vor allem im Buy-out-Bereich, also wenn Firmen komplett gekauft werden.

Laut Dow Jones liegt Europa schon seit 2004 vor den USA, obwohl der extreme Erfolg der Wagnisfinanziers durch den Börsengang von Google berücksichtigt worden ist. „Die gängigen Vorurteile und die Statistiken besagten das Gegenteil“, sagt Hendrik Brandis, Vorstandsmitglied der European Venture Capital Association. Das habe ihn gewundert, „weil ich eine Menge Erfolge in Europa gesehen habe“. Brandis ist Partner bei Earlybird, einem Risikokapitalgeber, der vor allem Startups der Software- und Bioscience-Branche finanziert, um sie an die Börsen zu bringen oder sie komplett zu verkaufen. Earlybird hat den Internet-Kreditvermittler Interhyp finanziert und beim Verkauf das 54-Fache des Einsatzes verdient; beim Onlinewettbüro Tipp24 war es das 23-Fache.

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