Finanzen + Vorsorge Wo sich Wohneigentum jetzt lohnt

Immobilienblase, Renditenschwund - Betongold glänzt längst nicht mehr so hell wie ehedem. Dennoch schwören viele Anleger auf Wohnimmobilien. Das impulse-Schwestermagazin Capital hat ermittelt, in welchen deutschen Städten das Investment am attraktivsten ist.

Der deutsche Markt für Wohnimmobilien ist in den vergangenen zwei Jahren heiß gelaufen. Inflationsangst und niedrige Kreditzinsen lösten mancherorts einen regelrechten Kaufrausch aus. Die Daten der Immobilienexperten von Jones Lang LaSalle zeigen: In München etwa stiegen die Preise für Eigentumswohnungen allein im vergangenen Jahr um 20 Prozent. Nicht ganz so stark, aber ebenfalls zweistellig war das Wachstum in Hamburg, Berlin und Frankfurt.

Auch die Preise für Wohn- und Geschäftshäuser, die von Investoren weitervermietet werden, sind seit 2009 durchschnittlich um 20 Prozent gestiegen. Vielerorts geht deshalb inzwischen die Angst vor einer Preisblase um.

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Für Investoren, die ihr Geld in den Wohnungsmarkt stecken wollen, stellt sich die Frage, wo es sich derzeit lohnt einzusteigen. Wird mein Haus oder meine Eigentumswohnung auch zukünftig an Wert gewinnen? Oder sogar an Wert verlieren, falls die befürchtete Blase platzt? Lohnt der Kauf von Zinshäusern noch, wenn bei teils üppigen Kaufpreisen die Mietrenditen immer kleiner werden?

Wir zeigen zehn Städte, in denen sich der Einstieg jetzt lohnt.

Platz 10: Köln

Die Kölner Bevölkerung wächst und wächst und damit auch die Nachfrage nach Wohnraum. In den letzten Jahren erklommen die Preise in der Rhein-Metropole immer neue Höhen. Zumindest bei den Mieten ist im laufenden Jahr erst einmal Schluss mit dem Preiswachstum. Zinshäuser lohnen also nur, wenn auch die Kaufpreise konstant bleiben. Bei Eigentumswohnungen und Einfamilienhäusern sieht es anders aus. Käufer können in fast allen Lagen weiterhin mit Wertsteigerungen um die fünf Prozent und darüber rechnen. Das reicht für Platz 10.

Platz 9: Wiesbaden

Wiesbaden punktet im Vergleich zur nahegelegenen Finanzmetropole Frankfurt mit einem niedrigeren Preisniveau. Zudem lockten die zahlreichen schmucken Altbauten bereits im letzten Jahr immer mehr Investoren. Auch in den kommenden zwölf Monaten ist bei Wohneigentum mit Preissteigerungen zu rechnen. Zinshäuser lohnen ebenfalls, denn auch die Mieten steigen in ähnlichem Tempo. Das sorgt für stabile Renditen. Platz 9.

Platz 8: Stuttgart

In Stuttgart sind vor allem die Toplagen weiterhin ein bombensicheres Investment. Neben der Nobeladresse Killesberg steigen auch die Immobilienwerte in den Vierteln Frauenkopf oder Sonnenberg weiter kräftig. Aber auch einfachere Lagen wie das Lehenviertel bieten Wachstumspotential von mehr als fünf Prozent. Die Mieten ziehen in vielen Lagen mit. Stuttgart landet auf Platz 8.

Platz 7: Würzburg

In Würzburg machen sich Inflation und niedrige Kreditzinsen besonders bemerkbar. Investoren stürmten den Immobilienmarkt im vergangenen Jahr geradezu. Vor allem Objekte auf dem Südhang sind beliebt. Moderaten Kaufpreisen stehen stetig steigende Immobilienwerte gegenüber. Auch für das kommende Jahr sehen Prognosen ein Preiswachstum bei Eigentum und Mieten von zwei bis fünf Prozent, allerdings fast ausschließlich in den Vierteln am Südhang. Platz 7 im Capital-Ranking.

Platz 6: München

Teurer als in München wohnt man in Deutschland nirgendwo. Allein bei den Eigentumswohnungen gab es 2011 einen Preisanstieg von 20 Prozent, da hält keine andere deutsche Stadt mit. Das Blasenrisiko schätzen Experten in München am höchsten ein. Auch im laufenden Jahr dreht sich die Preisspirale weiter nach oben, zumindest bei Einfamilienhäusern und Eigentumswohnungen. Bei den Mietpreisen sind nur noch punktuell Steigerungen möglich. Beim Kauf von Zinshäusern darf die Relation zwischen Kaufpreis und Mietertrag nicht weiter auseinander gehen. Platz 6.

Platz 5: Hochtaunus

Der Erwerb von Zinshäusern scheint in den Vororten der Finanzmetropole Frankfurt nur lohnenswert, wenn der Kaufpreis nicht weiter steigt. Denn die Mieten stagnieren. Die Investition in Wohneigentum lohnt sich stattdessen umso mehr. Käufer können es sich im eigenen Heim bequem machen und werden mit der Zeit reicher und reicher. Vor allem das ohnehin teure Bad Homburg verheißt Wertsteigerungen.

Platz 4: Nürnberg

In Nürnberg stehen die Investoren Schlange, denn der Markt scheint noch nicht überhitzt, wie etwa in manchen Teilen Münchens. Die hohe Nachfrage treibt die Preise für Wohneigentum auch im nächsten Jahr in die Höhe, Wertsteigerungen locken. Auch der Zinshauskauf scheint lohnenswert, die Mieten steigen und halten die Renditen stabil. In der Nürnberger Toplage Sankt Sebald liegt das prognostizierte Wachstum bei deutlich mehr als fünf Prozent.

Platz 3: Hannover

Ähnlich wie Nürnberg erfreut sich die niedersächsische Landeshauptstadt bei Investoren immer größerer Beliebtheit. Die Angst vor einer Blasenbildung ist kleiner als in der seit Jahren äußerst rasant wachsenden Nord-Metropole Hamburg. Nicht nur Toplagen wie Zoo oder Kleefeld sind vom Preiswachstum erfasst, in allen Viertel gibt es Preissteigerungen und weiteres Potential. Egal ob Zinshäuser oder Eigentum, Investoren haben in allen Segmenten gute Chancen auf Gewinne. Platz 3.

Platz 2: Hamburg

Die Hansestadt gehört zu den teuersten Pflastern in ganz Deutschland. Die Preise in Stadtvierteln wie Hafencity oder Harvestehude kann nur noch München übertreffen. 2011 legten die Preise für Wohneigentum zweitstellig zu, die Mieten wuchsen um acht Prozent. Diese Entwicklung hält laut Prognosen auch im laufenden Jahr an. Fast in allen Stadtteilen locken Wachstumsraten für Wohneigentum von deutlich mehr als fünf Prozent. Für Zinshäuser wird der Markt hingegen schwieriger, die Renditen wurden immer in den letzten Jahren immer kleiner, liegen aber mit knapp über fünf Prozent noch deutlich über dem Niveau Münchens. Hamburg bleibt ein Dorado für gute Immobilien-Investments.

Platz 1: Berlin

Berlin hat sich zu einem hochdynamischen Markt für Wohnimmobilien entwickelt. Vor allem der Mietpreisanstieg von 16,5 Prozent in den vergangenen 24 Monaten ist bemerkenswert. Das Wachstum war sogar kräftiger als in München oder Hamburg. Immobilienexperten gehen davon aus, dass die Entwicklung anhalten wird. Sowohl selbstgenutzte Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen als auch Käufe von Zinshäusern bleiben attraktiv, da die Mieten weiter anziehen werden und die Renditen im Vergleich zu anderen Metropolen noch deutlich über fünf Prozent liegen. Nur in Prenzlauer Berg und am Wannsee scheint die Preisschraube schon ans Ende gedreht zu sein. Platz 1!

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