Finanzen + Vorsorge Wohnen wird teurer und teurer und teurer

Hohes Einkommen, gute Gehaltsperspektiven? Zeit für ein eigenes Heim! Nach einer Expertise der LBS muss dafür jedoch künftig tiefer in die Tasche gegriffen werden. Es gibt kaum noch Bestandsimmobilien, und nun wird auch das Bauland knapp. Platzangst in Deutschland?

Angesichts der niedrigen Zinsen und der guten Lage am Arbeitsmarkt ist einer Studie der Bausparkassen zufolge mit steigenden Preisen für Wohnimmobilien zu rechnen. Das Angebot von Bestandsimmobilien werde an vielen Orten immer knapper, teilte die LBS zu ihrer jährlichen Umfrage unter den LBS-Immobiliengesellschaften und Sparkassen mit. Engpässe nähmen zu, die Preise dürften demnach bis Jahresende um drei Prozent anziehen.

Schnelle Entlastung nicht in Sicht

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Ursachen seien die zunehmende Beschäftigung, höhere Einkommen und bessere Gehaltsperspektiven. Zwar würden wieder mehr neue Wohnungen und Häuser gebaut, doch das bringe keine schnelle Entlastung. „Aber ich sage auch: Jetzt von ‚Platzangst‘ in Deutschland zu reden, von Fantasiepreisen oder gar Preisblasen, dafür gibt es – von Einzelfällen vielleicht abgesehen – keinen Anlass“, sagte LBS-Verbandsdirektor Hartwig Hamm.

Es sei erstmals seit Beginn der Umfrage vor zehn Jahren damit zu rechnen, dass in allen Teilmärkten die Nachfrage steige, erklärten die LBS-Experten weiter. „Nach längerer Zeit verhaltener Nachfrage zeigen die Signale nun klar Grün“, sagte Hamm. Allerdings bleibe es bei den großen Unterschieden von Region zu Region. So seien Häuser, Wohnungen oder Baugrundstücke in Metropolen wie München oder Frankfurt deutlich teurer als im Norden oder Osten Deutschlands.

Für ein vergleichbares Einfamilienhaus müssen Käufer demnach derzeit etwa in Wiesbaden im Schnitt 750.000 Euro zahlen, in München seien es 710.000 Euro, in Stuttgart 510.000 Euro. Hier seien bereits spürbare Preisanstiege verglichen zum Vorjahr zu verzeichnen, erklärte die LBS. Dagegen zahlen Familien etwa in Leipzig einen Durchschnittspreis von 150.000 Euro, in mittelgroßen Städten wie Bitterfeld-Wolfen 65.000 Euro oder Eisleben 50.000 Euro.

Auch bei gebrauchten Eigentumswohnungen stellen die LBS eine steigende Nachfrage fest. Das große Angebot drücke aber noch auf die Preise, sagte Hamm. Im Vergleich zu neu gebauten Wohnungen seien gebrauchte für 35 bis 40 Prozent weniger zu haben. In großen und mittlere Städten Nord- und Ostdeutschlands lägen die Quadratmeterpreise häufig unter 1000 Euro, im Süden bei gut 1500 Euro.

Bauland bleibt der Studie zufolge weiter knapp: Trotz der wieder einsetzenden Neubautätigkeit rechnen die LBS-Experten nicht mit einem steigenden Angebot. Besonders in Süddeutschland müssten Häuslebauer tief in die Taschen greifen, günstiger sei es im Osten.

Die Bauwirtschaft rechnet mit einer Konjunkturbelebung in diesem Jahr. Besonders im Wohnungsbau läuft es gut: Der Zentralverband des deutschen Baugewerbe (ZDB) sagt für das laufende Jahr einen Umsatzanstieg von 4,4 Prozent vorher.

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