Finanzen + Vorsorge Zypern will Rettungspaket komplett neu verhandeln

Zyperns Präsident Nikos Anastasiades bei einem Besuch in Brüssel im Mai 2013.

Zyperns Präsident Nikos Anastasiades bei einem Besuch in Brüssel im Mai 2013. © EU-Kommission

Der zypriotische Präsident Nikos Anastasiades will, Medienberichten zufolge, das im April für sein Land beschlossene Rettungspakt neu verhandeln. In einem Brief kritisiert er vor allem die Restrukturierungspläne für die beiden größten Banken. Die Eurostaaten schließen jedoch wesentliche Änderungen aus.

Das Euro-Krisenland Zypern will sein erst kürzlich beschlossenes Hilfsprogramm einem Bericht der „Financial Times“ zufolge komplett neu verhandeln. Zyperns Präsident Nikos Anastasiades habe vergangene Woche ein entsprechendes Schreiben an die EU-Institutionen und den Internationalen Währungsfonds (IWF) verschickt, berichtete die Zeitung am Mittwoch. Die im Rahmen des Rettungspakets vorgesehene Restrukturierung der beiden größten Banken des Landes sei „ohne sorgfältige Vorbereitung“ zustande gekommen, habe Anastasiades in dem Brief geschrieben, der der „FT“ vorliege. Da die Auflagen des Rettungspakets die Wirtschaft zum Erliegen gebracht hätten, seien die von EU und IWF gesetzten Ziele in Gefahr.

Mitte April hatten die Euro-Partner in einem chaotischen Prozedere ein 10 Milliarden Euro schweres Hilfspaket für Zypern beschlossen, das nach einer geplatzten Kreditblase unter seinem überdimensionierten Finanzsektor leidet. Das Land wurde so vor der Pleite bewahrt. Die beiden größten Geldhäuser des Landes, die Bank of Cyprus und die Laiki Bank, sollen restrukturiert oder im letzteren Fall abgewickelt werden. Gelder über der gesetzlichen Einlagensicherung von 100 000 Euro werden massiv belastet.

Anzeige

Die Eurostaaten schließen wesentliche Änderungen beim zyprischen Hilfsprogramm von zehn Milliarden Euro aus. Das sagte ein EU-Diplomat am Mittwoch in Brüssel. Der Sprecher von EU-Währungskommissar Olli Rehn ergänzte, der Brief von Zyperns Präsident Nikos Anastasiades sei eingegangen. Das Schreiben solle beim Juni-Treffen der Eurogruppe am Donnerstag in Luxemburg diskutiert werden. Zum Inhalt äußerte sich der Sprecher nicht.

Die Eurogruppe will dem Vernehmen nach darüber sprechen, wie man Nikosia antworten könne. „Ich erwarte keine größeren Änderungen bei dem Programm“, so der Diplomat. In dem Schreiben würden verschiedene Probleme angeschnitten. Dabei gehe es um das Programm selbst und die Frage, wie die zyprischen Behörden auf den tiefgreifenden, mit dem Programm verbundenen Umbau der Banken vorbereitet waren. Die Krise der größten Banken war für Zypern der Grund für den Rettungsantrag.

1 Kommentar
  • Zyprioten, Chaoten, Idioten 20. Juni 2013 06:26

    Es wird langweilig, Ende Rettungspaket, Ende EG, Ende Euro ist das einzig Sinnvolle. Wie lange will sich die „Gemeinschaft“ noch von einzelnen Chaoten betrügen lassen? Eine simple Zollunion hätte ausgereicht und würde es auch noch lange tun.

Hinterlassen Sie einen Kommentar

(Kommentare werden von der Redaktion montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr freigeschaltet)

Bitte beantworten Sie die Sicherheitsabfrage (Anti-Spam-Schutz): *Captcha loading...