Gründung Debatte um Neubesteuerung von Holdings gewinnt an Schärfe

Die Bundesregierung plant eine höhere Besteuerung von Holdings. Gründer, Investoren und Geschäftsleute laufen Sturm. Doch es gibt auch Befürworter.

 

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Über 1200 Investoren, Unternehmer, Politiker und Geschäftsleute haben das „Startup-Manifesto“ des Magazins Gründerszene bereits unterzeichnet, um eine höhere Besteuerung von Holdings zu verhindern. Viele Gründer und Business-Angels sehen die deutsche Startup-Szene in akuter Gefahr sowie Innovationen und Engagement ausgebremst. Doch es regt sich auch Unmut gegen diesen Sturmlauf, der die Debatte um den Gesetzentwurf weiter befeuern wird.

Ehssan Dariani, 2005 Mitbegründer des Social-Networks studiVz und derzeit als Investor tätig, bemängelt in einem offenen Brief wie zynisch es sei, dass „Mittzwanzigjährige mit zig Millionen Euro auf dem Konto offen dafür lobbyieren, doch ja nicht ein wenig mehr Steuern für unserer Solidargemeinschaft zahlen zu müssen.“ Gefahren für den Gründerboom in Deutschland sieht er im Gegensatz zu seinen „geschätzten Freunden aus der Gründerszene nicht“. Vielmehr hoffe er, dass durch diese Gesetzänderung ein neues soziales Verantwortungsgefühl bei Jungunternehmern und Investoren entstehe, den Wirtschaftsstandort Deutschland mit höheren Abgaben zu stärken.

Wie impulse.de bereits berichtete, plant die Bundesregierung eine Neubesteuerung von Holdings, die aktuelle Vergünstigungen aufheben würde. Damit folgt der Gesetzgeber den Vorgaben des Europäischen Gerichtshofes. Dieser sieht in der bisherigen Regelung eine Diskriminierung von EU-Bürgern. Um in den Genuss von Steuervergünstigungen zu kommen, müssen ausländische Investoren bislang eine zehn prozentige Mindestbeteiligungen an deutschen Kapitalgesellschaften halten. Der Änderungsvorschlag zum Gesetzesentwurf der Bundesregierung sieht vor, dass ab 2013 auch deutsche Kapitalgesellschaften sich dieser Zehn-Prozent-Regelung unterwerfen müssen.

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