Gründung Drei Hebel gegen den Fachkräftemangel

Experten prognostizieren: Bis 2025 fehlen den deutschen Unternehmen bis zu 6,5 Millionen qualifizierte Mitarbeiter. Damit sie diesen Engpass vermeiden können, sollten Firmenchefs schon heute ihre Personalstrategie langfristig ausrichten.

Dafür gilt es zunächst einmal, seinen konkreten Bedarf an Fachkräften zu ermitteln und entsprechende Anforderungsprofile zu erstellen. Wenn möglich, sollten diese Überlegungen mehrere Jahre oder sogar die kommenden zehn Jahre umfassen. Ein Blick auf die aktuell in der Firma beschäftigten Mitarbeiter und deren Qualifikationen zeigt nun schnell, in welchen Bereichen das Personal künftig noch aufgestockt werden muss.

Die Unternehmensberatung McKinsey hat in ihrer Studie „Wettbewerbsfaktor Fachkräfte“ drei Maßnahmen ausgeführt, mit der auch kleine Betriebe erfolgreich den drohenden Engpass vermeiden können.

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Strategie 1: Vorhandene Potenziale ausschöpfen

Wenn die deutschen Firmen künftig ältere Arbeitskräfte stärker einbinden, stehen ihnen bis 2025 bis zu 1,2 Millionen zusätzliche Mitarbeiter zur Verfügung, so McKinsey. Mit flexibleren Arbeitszeitmodellen, einer altersgerechten Arbeitsorganisation, einem betrieblichen Gesundheitsmanagement und einer speziellen Weiterbildungsstrategie für Mitarbeiter über 50 Jahre, lässt sich deren Effizienz und Motivation steigern.

Außerdem fordert die Unternehmensberatung dazu auf, die weiblichen Kolleginnen wieder verstärkt in den Vollzeiterwerb zurückzuholen – immerhin geht fast jede zweite Frau einem Teilzeitjob nach, weil sie sich zum Beispiel zusätzlich um die Betreuung der Kinder oder die Pflege von Familienangehörigen kümmern muss. Um dieses Potenzial besser auszuschöpfen, können Betriebe zum Beispiel familienorientierte Serviceleistungen wie die Beteiligung an den Kosten für Betreuung anbieten oder die Betroffenen bei der Suche nach geeigneten Betreuungsplätzen unterstützen. Flexible Arbeitszeitmodelle und die Möglichkeit, an einigen Tagen zu Hause arbeiten zu können, motivieren ebenfalls viele Frauen, wieder mehr Stunden im Unternehmen zu arbeiten.

Um die Fähigkeit des vorhandenen Personals effizienter nutzen zu können, sollten Firmenchefs zudem eine konsequente Weiterbildungsstrategie aufstellen.

Strategie 2: Die Identifikation stärken

Dieser Punkt ist vor allem für jene Firmen wichtig, deren Mitarbeiter häufig von Konkurrenten abgeworben werden, oder wenn sie an einem weniger attraktiven Standorten residieren.

Die folgenden drei Hebel tragen erheblich dazu bei, dass die Angestellten motivierter sind und sich stärker mit dem eigenen Unternehmen identifizieren:

1. Firmenchefs sollten ihren Mitarbeitern einen variablen Vergütungsanteil gewähren, der sich an langfristigen Unternehmenszielen orientiert.

2. Angebotene Zusatzservices wie beispielsweise die kostenlose Mitgliedschaft im Fitnessstudio oder ein reservierter Platz für den Nachwuchs von Betriebsangehörigen im Kindergarten nebenan, prägen ein positives Bild vom Unternehmen.

3. Kontinuierliche durchgeführte Weiterbildungsangebote und eine berufliche Perspektive sorgen für mehr Motivation.

Strategie 3: Netzwerke bilden

Insbesondere für kleinere Firmen ist es schwierig, ausgewiesen Fachkräfte anzulocken beziehungsweise langfristig zu binden – die meisten Mitarbeiter heuern lieber bei einem namhaften Konzern an als bei einem aufstrebenden Start-up.

Um den drohenden Personalengpass abzufedern, ist es hilfreich, wenn die betroffenen Betriebe miteinander kooperieren. Auch in Konkurrenzsituationen können sie zum Beispiel gemeinsam Zusatzleistungen für die Mitarbeiter anbieten oder Angebote zur Qualifizierung des Nachwuchses wahrnehmen. Bei Informationsveranstaltungen oder Austauschforen erfährt man sehr schnell, vor welchen Problemen nahezu alle Firmen stehen – und findet sicherlich im Verbund leichter eine praktikable und vor allem finanzierbare Lösung.

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