Gründung Erfolg durch langen Atem

Jahrelang kämpfte die Branche um ihren Ruf. Inzwischen haben sich Franchisesysteme professionalisiert. Das Top-100-Ranking zeigt, wo dennoch Fallstricke lauern - und worauf Unternehmer achten müssen.

McDonald’s, Fressnapf und Town & Country Haus sind die drei besten Franchise Systeme des Jahres 2010 in Deutschland. Zur Spitzengruppe der Top 10 gehören auf den weiteren Plätzen Backwerk, Burger King, Mrs. Sporty, Tee Gschwendner, Vom Fass, das von Rang 37 auf Platz neun aufgestiegene Immobilienmakler-System Re/Max und Baby One. Aus den über 900 am Markt aktiven Franchisesystemen hat das Unternehmermagazin impulse bereits zum vierten Mal in einem aufwändigen Analyseprozess die 100 besten Franchisegeber ermittelt.

Bewertet wurden insgesamt 13 Kriterien wie Firmenalter, Partneranzahl, Verdienstchance, Wachstum und Expansionschancen der Partner. Einen scharfen Blick warf die impulse-Jury auf die Nachhaltigkeit des Franchisekonzepts und der Geschäftsidee. Für jedes Kriterium vergab sie maximal zehn Punkte.

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Die Untersuchung ergab, dass die Branche einen positiven Beschäftigungseffekt erzielt. Die Mitarbeiterzahl stieg auf 459.000, rund 1.000 Beschäftigte mehr als im Vorjahr.

Nicht selten gibt es jedoch Streitereien zwischen Franchisegeber und -nehmer. Der Grund: die Laufzeit der Verträge. Laut Experten sind diese meist auf fünf Jahre angelegt und enthalten verschiedene Verlängerungsoptionen. Auseinandersetzungen zwischen den Parteien vorzubeugen, scheint trotz aller Verträge nicht einfach: Meist im dritten Jahr fangen laut impulse Franchisenehmer an, am Nutzen ihres Systems zu zweifeln. „Routine und die Ansicht, bereits alles Wissenswerte zu kennen, führt oft zum Wunsch, den Vertrag vorzeitig zu lösen“, sagt impulse-Chefredakteur Nikolaus Förster. Dabei haben Franchisenehmer vor Gericht häufig die besseren Karten, weil sie von den Instanzen mehr als Konsument denn als Unternehmer behandelt werden.

Die impulse-Untersuchung basiert auf einer Befragung der Franchisegeber und der deutschen Ableger international tätiger Franchisesysteme. Die Bewertung erfolgte anhand der so ermittelten Angaben und der Expertise von Juroren wie Prof. Heinz Klandt von der European Business School in Oestrich-Winkel, den Franchise-Beratern Jörg Eckhold, Felix Peckert und Reinhard Wingral sowie dem Rechtsanwalt und Partner der Düsseldorfer Societät Tigges, Marco Hero.

Erstmals bat impulse die Franchisegeber, ihre Vertragswerke gegenüber der Redaktion offen zu legen – mit überraschend positiver Resonanz. Zwei Drittel der 100 angeschriebenen Franchisesysteme schickten ihre Verträge, 21 lehnten ab und ein Dutzend meldete sich überhaupt nicht. Alle relevanten Informationen zu den 100 besten Franchise-Unternehmen sind unter www.impulse.de/franchise abrufbar.

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