Gründung Erfolgreich fremdgehen: Vom Angestellten zum Konkurrenten

Was ist erlaubt und was verboten, wenn Mitarbeiter ihrem ehemaligen Chef Konkurrenz machen? Ein Überblick.

Treuepflicht
Solange ein Mitarbeiter angestellt ist, gilt für ihn Wettbewerbsverbot. Das heißt: Will er seinem Chef Konkurrenz machen, darf er die Firmengründung nur vorbereiten, also zum Beispiel die Internetseite programmieren – online gehen darf er damit aber erst nach Ende des Beschäftigungsverhältnisses. Wer gegen die Treuepflicht verstößt, muss mit einer einstweiligen Verfügung rechnen.

Internes Wissen
Betriebsinterna des früheren Arbeitgebers wie Kontaktdaten von Kunden sind tabu. Es dürfen auch keine Zulieferer oder sonstigen Geschäftspartner angesprochen werden.

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Nach Vertragsende
Ist das Beschäftigungsverhältnis beendet, ändert sich die Rechtslage: Zwar steht in vielen Arbeitsverträgen eine Standardklausel, die regelt, dass Mitarbeiter am Ende Firmenunterlagen und Datenträger abgeben müssen. Wer eine Kundenliste mitgehen lässt, kann sich sogar strafbar machen. Doch Branchenerfahrung und -wissen können die Gründer nun frei nutzen – etwa um Preise zu unterbieten oder Abläufe zu kopieren. Auch die Kunden ihres ehemaligen Chefs können sie nun ansprechen.

Beweislast beim Ex
Der ausgeschiedene Mitarbeiter muss nicht beweisen, dass er keine Daten oder kein Wissen aus seinem alten Unternehmen mitgenommen hat. Ein solcher Negativbeweis ist Juristen zufolge auch nur schwer möglich. Vielmehr muss der ehemalige Arbeitgeber bei einer Klage überzeugend darlegen, dass er bestohlen wurde. Gelingt ihm das, kann er entgangenen Gewinn zurückfordern – in unbegrenzter Höhe.

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