Gründung „Für Firmen, die überzeugen, gibt es weiterhin genug Kapital“

Fünf Fragen an Benjamin Jost, Gründer und Geschäftsführer der TrustYou GmbH.

Der 29-jährige Münchner entwickelte zusammen mit Jakob Riegger und Costin Cozan eine Internet-Suchmaschine, die bei der Auflistung der Ergebnisse vor allem Meinungsäußerungen und Bewertungen berücksichtigt.

Herr Jost, Sie haben nicht nur einen Business Angel von Ihrer Geschäftsidee überzeugen können, sondern auch zwei strategische Investoren und eine Venture-Capital-Gesellschaft. Wie haben Sie das geschafft?

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Der erste Schritt war, den Business Angel zu gewinnen. Sein Engagement war ein Signal an die anderen potentiellen Geldgeber, dass unser Konzept zukunftsträchtig ist und sich ein Investment lohnt. Er hat uns als erster Investor sein privates Kapital zur Verfügung gestellt. Und das in einer Phase, als TrustYou noch kein marktfähiges Produkt hatte. Mit seinem Vertrauen hat er uns quasi ein Gütesiegel ausgestellt.

Was die Auswahl der Geldgeber angeht: Nach welchen Kriterien sind Sie und Ihr Gründerteam dabei vorgegangen?

Uns war wichtig, dass sich alle Beteiligten ergänzen. Ein Business Angel, der selbst erfolgreicher Unternehmer ist und viele Kontakte in die Branche hält, kann uns vor allem im Alltagsgeschäft unterstützen. Der strategische Investor hingegen eröffnet uns viele Synergieeffekte mit den anderen Unternehmen, an denen er beteiligt ist. Über ein umfassendes Netzwerk verfügt auch die Venture-Capital-Gesellschaft. Mit ihrer Hilfe fällt es uns außerdem leichter, eine Anschlussfinanzierung zu finden.

Und welche Maßstäbe legen die verschiedenen Finanzpartner an, bevor sie einen Beteiligungsvertrag unterschreiben?

Alle Investoren achten in erster Linie auf die Qualifikation und die Zusammensetzung des Gründerteams – der Businessangel vielleicht am meisten. Natürlich muss auch die Geschäftsidee stimmen. Strategischen Investoren ist zusätzlich wichtig, dass die neue Beteiligung gut ins bisherige Portfolio passt. Und das Venture-Capital-Unternehmen beurteilt ein Investment auch sehr stark aufgrund des Entwicklungspotentials und der möglichen Rendite.

Sie werden 2009 eine weitere Finanzierungsrunde starten. Erwarten Sie auf Grund der Finanzkrise und deren Folgen mehr Schwierigkeiten, einen Investor zu finden, als noch vor einem Jahr?

Ich denke, für gute Firmen, die mit ihrem Konzept und ihrer Idee überzeugen, gibt es weiterhin genug Kapital. Probleme bereiten vielleicht die aktuell schlechteren Aussichten auf den so genannten Exit-Märkten.

Was meinen Sie damit?

Die Börse reagiert derzeit unberechenbar und Großkonzerne halten sich in Sachen Beteiligungen eher zurück. Folglich haben die Venture-Capital-Gesellschaften Probleme, sich wieder von ihren Engagements zu trennen oder sie sehen sich mit geringeren Akquisitionssummen konfrontiert. Diese Schwierigkeiten schlagen sich in den Bewertungen für neue Investments nieder: Die Firmen müssen damit rechnen, dass sie in der aktuellen Krise niedriger bewertet werden als noch vor einem Jahr.

www.trustyou.com

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