Gründergeist 2017 Diese Start-ups haben vielversprechende Ideen

Carlo Ulbrich (links) und Benny Bennet Jürgens (rechts) haben die Jury überzeugt: Mit ihrem Start-up "Nect" haben sie den Hamburger Businessplan-Wettbewerb "Gründergeist 2017" gewonnen.

Carlo Ulbrich (links) und Benny Bennet Jürgens (rechts) haben die Jury überzeugt: Mit ihrem Start-up "Nect" haben sie den Hamburger Businessplan-Wettbewerb "Gründergeist 2017" gewonnen.© Nect

Ein digitaler Versicherungsausweis, leichtgängige Lastenräder, automatische Abwicklung der Umsatzsteuer im Ausland - die Sieger des Gründergeists 2017 wollen mit ihren Produkten das Leben einfacher machen.

Unterschiedlicher hätten die Finalisten kaum sein können: Während sich die einen mit Steuerrecht und Versicherung beschäftigen, haben andere Start-ups Getränke aus dem Fruchtfleisch von Kaffeebohnen entwickelt, Schmuck fair produziert oder eine App entwickelt, die vor Verbrechen schützen soll.

Elf Gründer hatten es ins Finale des Hamburger Businessplan-Wettbewerbs „Gründergeist 2017“ geschafft. Die Finalisten hatten jeweils zehn Minuten Zeit, die Jury von ihrer Idee zu überzeugen.

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Das sind die Gewinner:

Sonderpreis: Moinworld

Nur jeder neunte Informatiker in Deutschland ist eine Frau. „Wir wollen die IT-Welt weiblich machen“, sagt Anja Schumann, Gründerin von Moinworld. Ihr Ziel: den Anteil von Frauen im IT-Bereich auf 50 Prozent erhöhen.

Die gemeinnützige Initiative bietet Programmierkurse, Vorträge und Workshops an. Zehn Unterrichtsstunden kosten 80 Euro. „Männer sind aber natürlich auch willkommen“, sagt Schumann.

Platz 3: Nüwiel

Lastenräder und Fahrradanhänger sind auf den Straßen immer häufiger zu sehen – praktisch für den Transport, meist aber sehr anstrengend zu fahren. Sandro Rabbiosi, Mitgründer von Nüwiel, will das ändern: „Unsere Fahrradanhänger fahren von selbst.“

Wie das funktioniert? Die Fahrradanhänger haben einen intelligenten elektrischen Antrieb, so Rabbiosi. Radfahrer können damit problemlos bis zu 200 Kilogramm transportieren.

„Die Idee kann durch meine eigenen Kinder“, sagt Rabbiosi. „Ich habe kein Auto und viele Lastenräder waren mir zu unsicher.“ Daher hat der gelernte Maschinenbauer selbst Lastenräder gebaut – mit denen sich nicht nur Waren, sondern auch Kinder sicher transportieren lassen.

Im März geht Nüwiel in die Pilot-Phase – dann werden die Lastenräder in der Hamburg durch Hamburg fahren.

Platz 2: Taxdoo

Wenn Onlinehändler bei eBay oder Amazon Artikel in andere EU-Länder verkaufen, werden sie dort schnell umsatzsteuerpflichtig – häufig, ohne es zu wissen. Das Problem: In jedem Land gelten unterschiedliche Regeln. Die Gründer von Taxdoo wollen die Abwicklung der Umsatzsteuer im Ausland automatisieren – und damit vielen Onlinehändlern Kosten und Mühen ersparen.

„Viele Onlinehändler wissen gar nicht, dass sie im Ausland Steuern hinterziehen“, sagt Christan Königsheim, Mitgründer des Online-Service. Oder aber sie verkaufen ihre Produkte nicht außerhalb Deutschlands, weil es kompliziert und aufwändig ist, die Umsatzsteuer zu erfassen. Die Umsatzsteuer fällt im Ausland erst bei bestimmten Schwellenwerten an – und die sind von Land zu Land unterschiedlich. Die Gründer von Taxdoo wollen Händlern automatisch einen Überblick darüber geben, in welchen Ländern sie Umsatzsteuer zahlen müssen – und wo sie viel Geld sparen können, wenn sie die Schwellenwerte nicht überschreiten.

„In einem Testlauf hatten unsere Kunden Kostensenkungen bis zu 82 Prozent“, sagen die Gründer.

Platz 1: Nect

Ein digitale Identität, mit der man keine umständlichen Formularen mehr ausfüllen und sich nicht mehr etliche Passwörter merken muss – das verspricht Nect, Gewinner des Gründergeists 2017.

„Die ganzen Zugangsdaten nerven“, sagt Benny Bennet Jürgens, Mitgründer von Nect. Mit der Nect ID soll es einfacher gehen: Nutzer können ihre Daten mit einem Klick auf dem Smartphone an Dienstleister weitergeben. Wer zum Beispiel umzieht, muss das nicht mehr jeder Versicherung einzeln mitteilen – wenn die Daten im Nect-Account geändert werden, erfahren die Versicherungen automatisch davon.

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„Wir wollen Unternehmen und Menschen miteinander verbinden – so einfach wie ein Handschlag und so sicher wie der deutsche Personalausweis“, sagen die Gründer. Nicht nur für einzelne Kunden ist das nützlich, verspricht das Start-up – Versicherungsunternehmen sollen mit der Nect ID eine Menge Geld sparen, weil sie einfacher mit Kunden kommunizieren können.

Das Start-up steigt über Versicherungen ein – in Zukunft soll die digitale Identität aber nicht nur für Versicherungen genutzt werden können, sondern auch für Banken, Onlinehandel und die Bahn.

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