Ploota „Das Patent verkaufen wollte ich nicht“

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Gründer Rainer Fakesch entwickelte das Rettungsgerät. Um den Hals gelegt, erkennen die Sensoren, wenn dem Schwimmer Gefahr droht. Dann pumpen sich die im Ring versteckten Schwimmhilfen auf und halten sich über Wasser.

Gründer Rainer Fakesch entwickelte das Rettungsgerät. Um den Hals gelegt, erkennen die Sensoren, wenn dem Schwimmer Gefahr droht. Dann pumpen sich die im Ring versteckten Schwimmhilfen auf und halten sich über Wasser.© Boris Schmalenberger

Zwei seiner Angehörigen ertranken beinahe. Daraufhin entwickelte Rainer Fakesch eine Rettungshilfe für Schwimmer - und gründete kurzerhand eine Firma, damit seine Produktidee wirklich umgesetzt wird.

impulse: Herr Fakesch, als Bauingenieur sind Sie auf Brandschutz spezialisiert, und mit Ihrem Start-up Ploota entwickeln Sie eine Sensor-Rettungshilfe fürs Wasser. Klingt nach einem Doppelleben.

Rainer Fakesch: Ja, im Brandschutz ist Wasser stets positiv besetzt. Hauptsache, ein neues Gebäude hat genügend Sprinkler und somit Löschwasser, falls es brennt. Wie gefährlich auch Wasser sein kann, wurde mir erst bewusst, als zwei Familienmitglieder im Südafrika-Urlaub beim Baden beinahe ertrunken sind.

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Die Weltgesundheitsorganisation geht davon aus, dass jährlich rund 370.000 Menschen ertrinken …

… deutlich mehr, als durch Brände sterben übrigens. Was ich mich als Ingenieur und Sicherheitsspezialist fragte: Im Auto schnallen wir uns an, auf dem Fahrrad tragen wir einen Helm, aber ins Meer gehen wir so ungeschützt wie vor 2000 Jahren. Und Eltern haben am Strand keine ruhige Sekunde, wenn die Kinder im Wasser sind.

Und Ihre Antwort?

Ich fand, es müsste eine moderne, technologische Lösung für dieses Sicherheitsproblem geben. So ist Ploota entstanden: Die Sensoren erkennen, wenn der Träger des Geräts im Wasser in Schwierigkeiten gerät und zu ertrinken droht. Dann pumpen sich automatisch zwei Schwimmringe auf, die den Kopf sicher über Wasser halten.

Nicht jeder Ingenieur mit einer Produktidee wird gleich zum Unternehmer.

Das Patent zu verkaufen, um dann zu sehen, dass es in irgendeiner Schublade verschwindet, das wollte ich nicht. Ich habe am meisten Vertrauen, wenn ich etwas selbst beeinflussen kann, deshalb die Firmengründung. Es war für unser Team ein sagenhaftes Gefühl, als wir das Gerät vor der Küste Kretas das erste Mal ausprobierten und es funktionierte – wir haben alles selbst entwickelt.

Sie waren vorher als Brandschutzsachverständiger auch schon selbstständig. Hat sich nun viel für Sie verändert?

Sehr viel sogar. Als Experte war ich der Wissensträger, und alle sind mit ihren Fragen zu mir gekommen. Als Start-up-Gründer ist es umgekehrt. Ich bin es, der ganz viele Fragen hat. Wo lassen wir produzieren? Wie bekommen wir die Kosten in den Griff?

Einen Prototyp gibt es schon. Was fehlt Ihnen noch zum Verkaufsstart?

Genug Kapital für die Serienfertigung. Wir haben auf der Crowdfunding-Plattform Kickstarter eine Kampagne gestartet, um weltweit auf uns aufmerksam zu machen und Geld dafür einzusammeln. Zudem sprechen wir mit größeren Investoren.


Ein Artikel aus der impulse-Ausgabe 06/2017

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