Sbotlight „Wie cool wäre es, jetzt nicht aufstehen zu müssen“

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"Sbotlight"-Gründer Saber Kaygusuz mit seinem Getränkeroboter. Für den ersten Prototypen hatte er vor Jahren einen Wäschekorb aus dem Baumarkt umfunktioniert.

"Sbotlight"-Gründer Saber Kaygusuz mit seinem Getränkeroboter. Für den ersten Prototypen hatte er vor Jahren einen Wäschekorb aus dem Baumarkt umfunktioniert. © David Hartfiel/ impulse

Saber Kaygusuz (20) entwickelt mit einem Mitgründer einen künstlichen Kellner. Ein Spaßprojekt, das zum Start-up Sbotlight wurde. Warum er das Patent nicht verkaufen will - und wer sein Vorbild ist.

impulse: Herr Kaygusuz, Sie wollen mit Ihrer Firma Sbotlight einen Getränke-Roboter auf den Markt bringen, der mitdenkt. Wie kam es zu der Idee?

Saber Kaygusuz: Anfangs war es ein Spaßprojekt. Mein Mitgründer und ich saßen abends auf der Couch, schauten fern und sagten uns: Wie cool wäre es, jetzt nicht aufstehen zu müssen, um etwas zu trinken zu bekommen. Das war vor fünf Jahren, da gingen wir noch zur Schule.

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Ihr erster Prototyp sah aus wie ein fahrender Wäschekorb.

(lacht) Der sah nicht nur so aus, das war ein Wäschekorb – aus dem Baumarkt!

Von „Jugend forscht“ bis zur langen Nacht der Wissenschaften, überall haben Sie Ihren Drink-S vorgestellt. Wie wurde aus dem Forschungsprojekt ein richtiges Start-up?

Die Reaktionen waren super. Menschen sind fasziniert von Robotern. Die Leute wählen auf dem Display aus, was sie trinken wollen, dann öffnet sich eine Luke und das richtige Getränk kommt hervor. Das macht gute Laune – und wir sehen einen Markt dafür.

Wo stehen Sie gerade?

Der neue Prototyp funktioniert schon. Wir verbessern gerade die künstliche Intelligenz, so dass der Roboter Menschen vollautomatisch erkennt und sich ihnen nähert und wieder entfernt. Erste Pilotkunden können das Gerät bald testen. Wartezimmer oder auch Hotellobbys sind gute Einsatzorte.

Sie arbeiten als Informatiker bei der Deutschen Telekom. Wie viel Zeit stecken Sie in Ihr Start-up?

Wenn ich das ehrlich beantworten würde, bekäme ich richtig Ärger. Also: Kein Kommentar (lacht).

Okay, sagen wir diplomatisch, dass Sie zwei Vollzeitjobs haben. Sie könnten das Patent doch auch verkaufen. Warum der ganze Stress?

Ein Unternehmen aufzubauen ist eine sehr lehrreiche Erfahrung. Wenn wir Fehler machen, und die machen wir, sind das unsere Fehler. Dann gibt es keinen Ärger mit Chefs, sondern wir lernen daraus und machen weiter. So eine Idee lässt sich in einem Konzern nicht umsetzen. Da gibt es viele Grenzen.

Sie sind 20 Jahre alt und tüfteln schon lange an der Technologie. Haben Sie ein Vorbild?

Elon Musk. Die Tesla-Elektroautos, das Raumfahrtprogramm SpaceX oder das Hochgeschwindigkeitssystem Hyperloop: Was er anpackt, wird Wirklichkeit. Musk zeigt, was mit Visionen alles möglich ist.


Ein Artikel aus der impulse-Ausgabe 05/2017

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