Gründung Gründen für Weicheier

Die Gründerwerft fördert Unternehmensgründer in Hamburg.

Die Gründerwerft fördert Unternehmensgründer in Hamburg. © Besim Mazhiqi

Der neue Hamburger Inkubator „Gründerwerft“ verspricht seinen Gründern eine Festanstellung, falls sie scheitern. Unternehmertum ohne Risiko. Ein Widerspruch?

Die Räume des neuen Inkubators „Gründerwerft“ in Hamburg sind noch nicht fertig gestrichen, da platzen sie schon aus allen Nähten. Die Software Allianz Hamburg (SAH), eine Vereinigung von 29 IT-Unternehmen und Initiatorin der Gründernwerft, hat zum Infoabend geladen. Sie lockt Gründer mit einem fast schon kuriosen Versprechen: „Wenn Ihr scheitert, stellen wir Euch ein!“

Gründen mit Netz und doppeltem Boden – macht das Sinn? „Wir haben einfach in unserem Umfeld beobachtet, dass das Gründen direkt nach dem Studium noch leicht fällt“, sagt Oliver Hammerstein, Chef des neuen Inkubators. „Aber wenn die finanziellen Verpflichtungen steigen, wenn vielleicht Kinder da sind, dann haben die Leute fantastische Gründungsideen und gehen trotzdem in die Festanstellung.“

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Das Versprechen der Festanstellung gestaltet sich in der Praxis so: Das Unternehmen der SAH, das im Inkubator als Pate des Start-ups fungiert, darf dem gescheiterten Gründer zuerst ein Angebot machen. Will die Firma nicht, dürfen die anderen Mitglieder der Softwareallianz zuschlagen. Dass es ein Angebot gibt, wird garantiert.

Was die Gründerwerft für Gründer tut

„Das ist ja kein Trostpreis“, sagt Hammerstein. „Es kommen schließlich nur Leute in den Inkubator, die wir für sehr, sehr gut halten.“ Dass die Gründer schnell, vielleicht zu schnell aufgeben, wenn sie wissen, dass sie weich fallen, glaubt Hammerstein nicht. „Ach, die brennen doch für ihr Projekt.“

Vielleicht ist das auch der Grund, warum sich für das Sicherheitsnetz an diesem Abend so gut wie kein Gründer näher interessiert. „Ich gründe doch nicht mein eigenes Unternehmen, wenn ich eine Festanstellung haben will“, heißt es.

Vielmehr wollen die Gründer wissen, was die Gründerwerft denn tut, um die Start-ups erfolgreich zu machen. Geld gibt es schon mal nicht. „Wir wollen aber die Chance erhöhen, dass die Leute zu Geld kommen“, sagt Dominik Bührle, einer der Initiatoren der Gründerwerft. Dafür verspricht die SAH unter anderem einen Austausch bei technischen Herausforderungen, ein ernsthaftes Feedback von Profis und Know-how in Sachen Recht, Marketing oder Technologie.

Pitchday am 8. Dezember

„Unser Ziel ist es, dass schnell Prototypen entwickelt werden“, sagt Bührle, dafür ständen die Partner der SAH unterstützend zur Verfügung, genauso wie bei der Vermittlung möglicher Pilotkunden. Im Gegenzug erhält die Gründerwerft eine Beteiligung an den Start-ups in Höhe von fünf Prozent.

Der erste Pitchday für Interessenten an dem Inkubator ist der 8.12., weitere sollen folgen.

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