Gründung Gründer „Bright Up“: Licht an übers Smartphone

Ihre Geschäftsidee kam den Gründern von "Bright Up" auf der Cebit 2012: eine innovative und vor allem günstige Technik auf den Markt zu bringen, mit der Nutzer die Beleuchtung zuhause steuern können. Die Prototypen sind bereits fertig. Das Geld für die Serienproduktion wollen sie über Crowdfunding einsammeln. Wir trafen die Jungunternehmer auf der Cebit.

An ihrem Stand auf der Cebit tragen die Gründer von „Bright Up“ einheitliche lila T-Shirts. Jeden Morgen fahren sie von ihrem Unternehmenssitz Hamburg zur Messe in Hannover. Vor zwei Jahren waren sie schon mal da, damals nur als Besucher. Da waren alle vier noch Studenten in Harburg. Mittlerweile haben die vier aus Deutschland, Costa Rica und Indien die Firma „Bright Up“ gegründet.

Ihre Geschäftsidee: Eine App auf den Markt zu bringen, mit der Nutzer per Smartphone Lampen ein- und ausschalten können, damit man zum Beispiel an der Haustür nicht in dunkle Räume tappt oder die eigenen vier Wände während einer Urlaubsreise abends beleuchtet sind und damit bewohnt aussehen.

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impulse: Mit der App „Bright Up“ können Lampen zu Hause gesteuert werden. Wie seid ihr darauf gekommen?

Maximilian Schmiedel: Die Idee kam uns bei der vorletzten Cebit. Da gab es einige Aussteller zum Thema Smart Home, das hat uns sehr interessiert. Wir hatten ziemlich genaue Vorstellungen davon, was wir per Smartphone steuern wollen. Aber es gab keine Lösung, die auch von Laien angewendet werden konnte und nicht gleich 10.000 Euro kostet. Also haben wir beschlossen, das selbst zu machen. Unser Mitgründer Sebastian Rösch hatte zudem seine Bachelorarbeit zu dem Thema geschrieben und wusste schon, dass es eine gute technische Grundlage dafür gibt. Bis zu unserer Gründung gab es das nur in der Forschung, wir bringen es zu den Anwendern.

Hinter Bright Up stehen vier Gründern aus drei Ländern. Wie habt ihr euch kennengelernt?

Schmiedel: Wir haben zusammen an der TU Hamburg-Harburg studiert. Unser Studiengang Technology Management ist eine Kombination aus einem MBA-Abschluss und einem Master in Ingenieurwissenschaften. Teil unserer Masterarbeit war, einen Business Plan zu schreiben. Und wir haben uns gesagt: Wenn wir das schon ein halbes Jahr lang machen, dann richtig. Also etwas entwickeln, das auch das Potenzial hat umgesetzt zu werden. Relativ früh haben wir einen Investor gefunden, der darin auch Potenzial gesehen hat. Seit Februar 2013 sind wir deshalb Vollzeit dabei.

Wie läuft die Zusammenarbeit im internationalen Team?

Ana Christina Agüero: Das ist eine tolle Inspiration, wir profitieren viel voneinander. Auch von unterschiedlichen Perspektiven, weil wir von verschiedenen Kontinenten stammen. Aber auch ganz praktisch. Unser Mitgründer Kiran Joseph aus Indien kennt dort viele Partner, die uns bei der Herstellung des Produkts helfen können.

Gibt es nie Streit?

Agüero: Für mich ist das ein Abenteuer. Wir sind zwei Deutsche und zwei Ausländer aus Indien und Costa Rica. Da merkt man schon Unterschiede. Wenn es ein Problem gibt, dann bilden sich bei uns oft zwei Lager. Die Deutschen denken sehr praktisch und lösungsorientiert. Ich bin eher emotional. Das macht die Mischung aber auch so gut.

Maximilian Schmiedel (l.) und Ana Christina Agüer (r.) mit Julia Wehmeier (impulse)

Maximilian Schmiedel (l.) und Ana Christina Agüer (r.) mit Julia Wehmeier (impulse)© impulse

Schmiedel: Wir haben jede Woche zwei Meetings, bei denen wir über unsere Strategie sprechen, diskutieren und Entscheidungen treffen. Das dauert manchmal auch etwas länger, gerade wenn es um Unternehmenskultur geht.

Habt ihr denn auch ganz klassisch einen Büroalltag?

Agüero: Ja klar, von neun bis neun. Nur an Weihnachten oder in den Ferien, wenn ich in Costa Rica und Kiran in Indien ist, dann machen wir das per Videochat. Das ist dann meistens mitten in der Nacht wegen der Zeitverschiebung.

Arbeitet ihr auch am Wochenende?

Schmiedel: Einen Tag in der Woche nehmen wir uns frei, um auch mal abzuschalten. Ob das jetzt Sonntag oder zum Beispiel Dienstag ist, das ist egal. Wenn es für die eigene Sache ist, dann ist das auch nicht wirklich Arbeitszeit. Und wenn wir nach zehn Jahren oder nach einem Jahr da rausgehen, dann war die Zeit nicht verschenkt, sondern wir haben etwas gemacht, das uns wirklich am Herzen lag.

Agüero: Für andere Leute ist das manchmal schwer zu verstehen, dass wir so viel arbeiten. Aber für uns ist das kein Opfer. Das sind unsere Ideen und Ziele, die wir uns selbst gesetzt haben.

Was sind eure Pläne?

Schmiedel: Start-Ups sind ja immer sehr flexibel. Wir haben im Moment noch alle Optionen offen. Noch läuft unsere Crowdfunding Kampagne und danach zeigt sich erst, welche Perspektive wir haben. Wir könnten nach Berlin gehen. Oder weiter nach Hamburg rein und von der Uni weg, um größere Räume zu haben. Das müssen wir in den nächsten Wochen und Monaten entscheiden. Wieso nicht ins Sillicon Valey gehen?

 

Bright Up wurde Anfang 2013 von vier Studenten des Northern Institutes of Technology Management gegründet, das an der TU Hamburg-Harburg angesiedelt ist: Ana Christina Agüero, Maximilian Schmiedel, Kiran Joseph und Sebastian Rösch. Mit ihrer App auf dem Smartphone können Lampen ein- und ausgeschaltet werden. Damit wird die Beleuchtung zuhause oder im Büro personalisiert und von außen steuerbar. Die Gründer haben bislang Prototypen gebaut und die Technologie entwickelt, für die Serienproduktion sammeln sie bis Ende März Geld über Crowdfunding ein.

Im zweiten Teil des Interviews berichten die Gründer über ihre Erfahrungen mit der Crowdfunding-Kampagne.

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