DHDL-Bilanz Wer ist der König der Löwen?

Ralf Dümmel (links) oder Carsten Maschmeyer - wer hat bei der Bilanz der 4. DHDL-Staffel die Nase vorn?

Ralf Dümmel (links) oder Carsten Maschmeyer - wer hat bei der Bilanz der 4. DHDL-Staffel die Nase vorn?© MG RTL D / Bernd-Michael Maurer

Wer hat welche Deals gemacht - und wie viel haben die Löwen insgesamt investiert? Eine Bilanz zum Finale der 4. Staffel "Die Höhle der Löwen".

Hat Ralf Dümmel wieder in alles investiert, was nicht bei drei auf den Bäumen war? Geben die Männer mehr Geld aus als die Frauen? Und was genau sucht Familienunternehmerin Dagmar Wöhrl bei den Start-ups, die sich Woche für Woche vor laufender Kamera präsentieren? Zum Staffelfinale haben wir bei den Löwen nachgefragt und mitgezählt, welche Deals in den vergangenen zwölf Sendungen zustande gekommen sind – und wie viel Geld jeweils investiert wurde.

So viel vorweg: Nach aktuellem Stand gab es 33 erfolgreiche Deals mit einer geplanten Investmentsumme von insgesamt 5,7 Millionen Euro.

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Ralf Dümmel: Der unangefochtene Deal-König

Insgesamt 18 Mal hat Ralf Dümmel in der vierten Staffel zugeschlagen – so oft wie kein anderer Löwe. Zwei seiner Deals sind inzwischen gescheitert: Bei dem natürlichen Schneckenbekämpfungsmittel Schnexagon, in das Dümmel ganze 500.000 Euro für eine 30-prozentige Beteiligung investieren wollte, kam im Nachhinein keine Beteiligung zustande. Gleiches gilt für die App Too Good to Go, die zunächst alle Löwen überzeugt hatte (warum der Deal scheiterte, lesen Sie in unserem Interview mit einem der Gründer).

Von der Katzenstreu-Schaufel über blinkende Handschuhe bis zum Algen-Drink: Er nimmt alles unter seine Fittiche, was sich irgendwie ins Regal stellen und verkaufen lässt. Und noch eine Erkenntnis: Zumindest was Start-ups angeht, teilen Dümmel und Carsten Maschmeyer einen ähnlichen Geschmack: Gleich drei Mal haben sich die beiden für Deals zusammengetan.

Alle Deals von Ralf Dümmel im Überblick

  • Protect Pax (flüssige Display-Folie für Smartphones und Tablets): 150.000 Euro für 20 Prozent. Das Unternehmen sorgte zuletzt wegen irreführender Werbung für Schlagzeilen.
  • Helga (Getränk auf Algenbasis): 375.000 Euro für 23 Prozent.
  • Fluxbag (Luftsack zum Aufblasen von Luftmatratzen): 130.000 Euro für 25 Prozent
  • Parodont (Creme gegen Parodontose): 50.000 Euro für 30 Prozent (Deal gemeinsam mit Carsten Maschmeyer)
  • Go Simply (automatischer Kofferraum-Öffner): 150.000 Euro für 20 Prozent
  • Kletterletter (Katzenmöbel): 50.000 Euro für 33,3 Prozent
  • Veluvia (https://www.impulse.de/gruendung/gruender-news/veluvia-hoehle-der-loewen/5906187.html) (Nahrungsergänzungsmittel): 150.000 für 25,1 Prozent (Deal gemeinsam mit Carsten Maschmeyer)
  • Mio-Olio (Würz-Öle): 30.000 Euro für 25,1 Prozent
  • Rokittas Rostschreck (Haushaltshelfer gegen Rostflecken): 100.000 Euro für 35 Prozent
  • Keddii Scoop (Schaufel für Katzenstreu): 100.000 Euro für 40 Prozent
  • Happybrush (elektrische Schallzahnbürste): 250.000 Euro für 20 Prozent (Deal gemeinsam mit Carsten Maschmeyer)
  • Fried Elements (Hebebügel für Türen): 100.000 Euro für 25,1 Prozent
  • Blinkerhandschuh (blinkender Handschuh für Fahrradfahrer): 80.000 Euro für 20 Prozent
  • Yummynator (Fressnäpfe): 150.000 Euro für 20 Prozent
  • Tukluk (Spielmatten für Kinder): 180.000 Euro für 25,1 Prozent
  • Fensterschnapper (Einbruchssicherung fürs Fenster): 50.000 Euro für 20 Prozent

Gesamtinvestition: 2.095.000 Euro

Frank Thelen: Der Foodie

Deutlich kritischer ist Frank Thelen: Im Laufe der Sendungen sagte er neun Mal „Ja“, aber nur vier Deals wurden dann tatsächlich umgesetzt. Alle anderen haben sich „aus unterschiedlichen Gründen zerschlagen“, wie Thelen auf Nachfrage mitteilte. Dazu zählen zum Beispiel die Team-Mannschaftskasse Teamwallet oder das Start-up Parce, das Zwischenstecker für smarte Produktsteuerungen im Haushalt anbietet.

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Im Staffelfinale zeigten sich Thelen und Judith Williams begeistert vom Hamburger Start-up ChefOne, einer Art Airbnb für gemeinsames Essen bei Privatpersonen. 150.000 Euro wollten sie gemeinsam für 25 Prozent investieren. Doch auch dieser Deal platzte.

Thelens Fokus in der vierten Staffel war eindeutig: Er setzte auf Essen – von gesund (Fittaste, Pumperlgsund und 3 Bears) bis lecker (Luicella’s Ice Cream). „Wir sind mit allen vier Start-ups sehr zufrieden, haben neue Umsatzrekorde gemacht. Wir lernen jedes Jahr dazu und haben jetzt sieben Food-Start-ups, für die wir im Jahr 2018 100 Millionen Euro Umsatz planen“, so der Investor.

Weiter sagt er: „Wir können sehr effektiv Vertrieb, Marketing, Working Capital und andere Themen für die Gruppe umsetzen. Hier entsteht aus einer TV-Show der erfolgreichste Food-Start-up-Cluster in Europa.“ Und nach der fünften Staffel folgt dann die Weltherrschaft …

Alle Deals von Frank Thelen im Überblick:

  • Fittaste (Fertigessen für Sportler): 300.000 Euro für 25 Prozent
  • 3Bears (Porridge-Mischungen): 75.000 Euro für 30 Prozent (Deal gemeinsam mit Judith Williams)
  • Pumperlgsund (haltbares Bio-Eiklar): 500.000 Euro für 20 Prozent
  • Luicella’s (Eiscreme): 120.000 Euro für 20 Prozent

Gesamtinvestition: 995.000 Euro

Judith Williams: Die Königin der Herzen

Beim Publikum ist die Homeshopping-Queen mit Abstand die beliebteste unter den Löwen. Laut einer aktuellen Umfrage von Statista sehen 39,6 Prozent der befragten Frauen und 22,2 Prozent der befragten Männer ihr besonders gern beim Investieren zu. Auch in der Sendung verteilte die Unternehmerin viel Liebe und zeigte sich ergriffen von so manchem Pitch. Mit ihren Investitionen war sie aber eher sparsam. Auf acht Deals hat sich Williams in den zwölf Folgen eingelassen, zustande gekommen sind letztlich nur vier. Neben den Investitionen in die Apps ChefOne und Too Good to Go sind auch ihre Deals mit dem veganen Kosmetik-Label Five Skincare, der Intimpflege IntHim und der App ChefOne geplatzt.

Alle Deals von Judith Williams im Überblick:

  • Mabyen (Pflegeöle für Babys): 125.000 Euro für 51 Prozent
  • Pony Puffin (Frisierhilfe für Zöpfe): 65.000 Euro für 49 Prozent
  • 3Bears (Porridge-Mischungen): 75.000 Euro für 30 Prozent (Deal gemeinsam mit Frank Thelen)
  • Rubberbüx (Matschhose für Festivals): 10.000 Euro für 51 Prozent (Deal gemeinsam mit Dagmar Wöhrl)

Gesamtinvestition: 275.000 Euro

Dagmar Wöhrl: Die Spontan-Shopperin

Bei den Zuschauern kommt die fränkische Familienunternehmerin nicht besonders gut an. Laut einer Umfrage können nur 8,4 Prozent der befragten Männer und 11 Prozent der befragten Frauen sie leiden. Vielleicht, weil es ihr an Profil mangelt? Auch ihre Investitionen wirken ein wenig wahllos: Schnaps, eine Po-Dusche, Rosen in Schachteln – das klingt eher nach Spontankäufen. Immerhin ist sie vergleichsweise beständig: Nur zwei ihrer Deals platzten, nämlich das Invest in Too Good To Go und der Deal mit Tastillery. Den Anbietern für Spirituosen-Probier-Sets bot sie in der letzten Folge 100.000 Euro für 20 Prozent, doch die Unternehmer entschieden sich nach der Sendung um – und machen jetzt lieber ohne Familie Wöhrl weiter.

Alle Deals von Dagmar Wöhrl im Überblick:

  • MoveAid (tragbares künstliches Gleichgewichtsorgan): 100.000 Euro für 20 Prozent (Deal gemeinsam mit Carsten Maschmeyer)
  • Grace Flowerbox (Boxen mit lang haltbaren Blumen): 150.000 Euro für 20 Prozent
  • Sywos (Fitness-Gerät): 100.000 Euro für 15 Prozent
  • Morotai (Sportbekleidung): 100.000 Euro für 20 Prozent
  • ManPlan (Halter für Einstecktücher): 75.000 Euro für 20 Prozent
  • Rubberbüx (Matschhose für Festivals): 10.000 Euro für 51 Prozent (Deal gemeinsam mit Judith Williams)
  • HappyPo (Po-Dusche): 125.000 Euro für 25 Prozent

Gesamtinvestition: 660.000 Euro

Carsten Maschmeyer: Der Teamplayer

Wie immer geizte Carsten Maschmeyer nicht mit schlechten Witzen. Bei dem bescheidenen Investor („Ich kann heute Abend noch 15 Dax-Chefs anrufen …“) sitzt aber auch das Geld ziemlich locker. Mehr als 1,5 Millionen Euro will er insgesamt in seine Start-ups stecken. Zwei seiner ursprünglich neun Deals sind geplatzt, aus Too Good to Go und dem veganen Käse von Happy Cheeze wurde nichts. Und: Der Mann von Schauspielerin Veronica Ferres scheint ein Teamplayer zu sein: Bei vier seiner sieben Investments hat er sich mit einem Deal-Buddy zusammengetan.

Alle Deals von Carsten Maschmeyer im Überblick:

  • Veluvia (Nahrungsergänzungsmittel): 150.000 Euro für 25,1 Prozent (Deal gemeinsam mit Ralf Dümmel)
  • Parodont (Creme gegen Parodontose): 50.000 Euro für 30 Prozent (Deal gemeinsam mit Ralf Dümmel)
  • Happybrush (elektrische Schallzahnbürste): 250.000 Euro für 20 Prozent (Deal gemeinsam mit Ralf Dümmel)
  • MoveAid (tragbares künstliches Gleichgewichtsorgan): 100.000 Euro für 20 Prozent (Deal gemeinsam mit Dagmar Wöhrl)
  • Foodguide (App für Food-Liebhaber): 450.000 Euro für 31,6 Prozent
  • MySchleppApp (App für Abschleppdienste): 125.000 Euro für 25 Prozent
  • Talentcube (App für Personalvermittlung): 400.000 Euro für 33,3 Prozent

Gesamtinvestition: 1.525.000 Euro

Georg Kofler: Der Ersatzlöwe

Der Unternehmer aus Südtirol war in zwei Sendungen für die erkrankte Judith Williams eingesprungen. Auch wenn sein Deal mit dem Diatnudel-Start-up Kajnok geplatzt ist, haben sich die Gastauftritte für ihn gelohnt. Immerhin kennt ihn jetzt ein Millionenpublikum. Und ein wenig Geld konnte er auch loswerden.

Der Deal von Georg Kofler:

  • ArtNight (Kunstevents): 150.000 Euro für 10 Prozent

Gesamtinvestition: 150.000 Euro

Soweit der vorläufige Überblick. Ob es dabei bleiben wird? Die Erfahrung aus den vergangenen drei Staffeln hat gezeigt, dass viele in der Sendung gefeierte Deals im Nachhinein noch platzen. Hier lesen Sie, welche DHDL-Deals sich in der Vergangenheit als besonders große Flops herausstellten.

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