Von HappyPo bis Yumminator Die absurdesten Produkte aus der „Höhle der Löwen“

Da staunt der Kein-Haustier-Besitzer: Mit seinem rutschfesten Futternapf "Yumminator" staubte Marcus König in der "Höhle der Löwen" ein Investment ab.

Da staunt der Kein-Haustier-Besitzer: Mit seinem rutschfesten Futternapf "Yumminator" staubte Marcus König in der "Höhle der Löwen" ein Investment ab.© MG RTL D / Bernd-Michael Maurer

Die Gründer-Show "Die Höhle der Löwen" präsentiert nicht nur innovative Geschäftsideen, sondern immer wieder auch Produkte, die die Welt nicht braucht. Eine Auswahl zum Kopfschütteln, Staunen und Fremdschämen.

Die kleine Dusche nach dem großen Geschäft – mit diesen Worten preisen Oliver Elsoud und Frank Schmischke ihre Erfindung „HappyPo“ an. Nun ist Storytelling prinzipiell eine gute Idee für den Pitch vor Investoren – aber wer eine mobile Po-Dusche verkauft, sollte sich Geschichten über die Verdauung von mexikanischem Essen vielleicht doch eher verkneifen … Fremdscham-Alarm!

Bei den Löwen sorgt HappyPo für peinlich berührte Gesichter und semiwitzige Wortspiele rund ums „große Geschäft“. Am Ende steht dann doch ein Deal: Dagmar Wöhrl, für die das Thema Po-Hygiene „emotional“ ist, steigt ein. Für 120.000 Euro übernimmt sie 25 Prozent des Unternehmens.

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Offen bleibt eigentlich nur die Frage, ob Wöhrl sich jetzt auch in die Testimonials auf der HappyPo-Webseite einreiht. Die offenbaren intime Wahrheiten – etwa: „Was gibt es Schöneres als lauwarmes Wasser am Po?“ oder „Endlich wieder sorglos weiße Unterhosen tragen!“

„Butterfahrt des digitalen Zeitalters“

Die Po-Dusche ist nicht das einzige absurde Produkt, das in der vierten Staffel der Gründershow vorgestellt wird. Kein Wunder, beliefert doch Investor Ralf Dümmel bevorzugt die Grabbeltische der Republik – von KiK über Aldi bis hin zu Tedi.

Löwen-Urgestein Frank Thelen ist das Entsetzen über manch vorgestellte Geschäftsidee regelmäßig vom Gesicht abzulesen. „Wenn zu viel für den Wühltisch dabei ist, schadet das der Sendung“, sagte Thelen jüngst in einem stern.de-Interview.

„Für uns ist die TV-Show auf VOX die ‚Butterfahrt‘ des digitalen Zeitalters“, warnte gar die Verbraucherzentrale Hamburg kürzlich: „Verbrauchern werden subtil und mit viel Tamtam überteuerte und häufig nutzlose Produkte angedreht. Fallen Sie nicht darauf herein!“

Eine kleine, höchst subjektive Auswahl der absurdesten Geschäftsideen.

Keddii Scoop

Als innovativste Katzenstreuschaufel der Welt stellte Ali Dilgin seinen „Keddii Scoop“ vor. Der Clou der Schaufel: größenverstellbare Löcher. Dank denen soll sich jede Art von Katzenstreu sparsam reinigen lassen. Diese Jahrhundert-Erfindung konnte sich Ralf Dümmel natürlich nicht entgehen lassen. Für den Gründer, der tagsüber in einem Imbiss arbeitet, gab es 100.000 Euro – und ein Versprechen von „Mister Regal“: „Wir pflastern Deutschland mit Katzenschaufeln zu“. Alles in Deckung!

RubberBüx

Weil ihr Sohn regelmäßig verschlammt von Festivals nach Hause kam, nähte Angelika Hansen ihm eine wasserabweisende Gummi-Latzhose, nannte sie RubberBüx und ging damit in Serie – schließlich mussten auch andere Festival-Gänger dieses Problem haben.

Wartete hier womöglich ein Millionenmarkt darauf, erobert zu werden? Offensichtlich nicht: Bis zur Aufzeichnung der Show verkaufte die Gründerin gerade mal 35 Latzhosen. Dennoch sicherten sich Judith Williams und Dagmar Wöhrl in einem Doppel-Deal 51 Prozent des Unternehmens. Bei Amazon erntete die Festival-Hose für 39,99 Euro übrigens gemischte Rezensionen: Kunden klagen über maue Qualität und eine eigenwillige Auffassung von Kleidergrößen („Für alle mit einem Waschbärbauch, XXL wird euch nicht reichen“).

Blinkerhandschuh

Wer beim Fahrradfahren abbiegen will, hält den Arm raus – und begibt sich dabei in große Gefahr. So zumindest argumentiert Rentner Harald Gerhard: Im Dunkeln und bei schlechtem Wetter würden Radfahrer schnell übersehen. Seine Lösung: Ein Handschuh mit integriertem LED-Blinker. Sein Versprechen: „Blinker an der Hand? Gefahr gebannt“.

Blinkende Zeigefinger für 29,99 Euro in die Läden bringen, diese Aufgabe war wie gemacht für Ralf Dümmel. Für 80.000 Euro sicherte er sich 20 Prozent der Firmenanteile.

Mabyen

Brauchen Babys wirklich einen eigenen Wellness-Tempel? Ja, finden Marie Papenkort und Manuela Apitzsch: Die beiden eröffneten „Mabyen“, eigenen Angaben zufolge „das erste Baby-Spa Deutschlands“. Bei Baby-Floating im Mini-Whirlpool winkten die Löwen ab; Judith Williams sicherte sich dennoch einen Deal – unter einer Bedingung: In Zukunft soll sich Mabyen auf Baby-Massageöl konzentrieren.

Yumminator

Ein rutschsicherer Fressnapf für Hunde und Katzen? Dass es auch ohne geht, bewies Erfinder Marcus König eindrucksvoll in der Show. Er ließ Welpen aus mitgebrachten Standard-Futternäpfen fressen – aber die versprochene große Schweinerei blieb aus. „Sind das jetzt die normalen Näpfe oder die rutschfesten?“, fragte Carsten Maschmeyer skeptisch. Und dem Gründer war anzusehen, dass diese Vorführung etwas anders geplant war.

Doch, da staunt der Kein-Haustier-Besitzer, für das Produkt scheint es wirklich einen Markt zu geben, die Verkaufszahlen überzeugten. Am Ende machte Ralf Dümmel den Deal – wer sonst!

Pannenfächer

Überflüssige Produkte gab es auch in den vergangenen Staffeln immer wieder. Das beste Beispiel: der Pannenfächer aus Staffel 3. Den großen gelben Fächer mit aufgedruckten Botschaften wie „Brauche Benzin“ oder „Hilfe kommt“ sollen Autofahrer bei einer Panne aufs Autodach stellen. Erfinder Richard Kaulartz wollte damit „Menschenleben retten“, seine Schwester Marita löste ihre gesamte private Altersvorsorge auf und investierte sie in die Idee. Ralf Dümmel rettete die Familie schließlich mit einem Investment vor dem Ruin.

Unter DHDL-Fans ist der Pannenfächer inzwischen zu einem Synonym für einen Mitleidsdeal geworden. In einem Interview mit Spiegel Online offenbarte Dümmel kürzlich, dass das Produkt ein Ladenhüter ist: „Wir haben noch 120.000 Pannenfächer auf Lager liegen, die keiner kaufen will.“ Inzwischen werden die Pannenfächer für unter 10 Euro verramscht.

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