Gründung Helfende Hände aus dem Internet

Eine Sekretärin oder einen Vollzeitbuchhalter können sich viele Gründer nicht leisten. Müssen sie auch nicht. Helfer lassen sich günstig auf Abruf buchen.

Am Anfang dachte er darüber nach, eine Sekretärin einzustellen. Eine,
die jeden Tag ins Büro kommt, Recherchen
übernehmen und Projektberichte
schreiben könnte – zum Beispiel eine
400-Euro-Kraft. Doch Phil Zinser, 35, hat sich
gerade erst selbstständig gemacht, 5000 Euro
Umsatz pro Monat erzielt er im Schnitt. 400
Euro, die er auch zahlen müsste, wenn es mal
schlecht läuft, sind da viel Geld.

Einen Ausweg fand er schließlich im Buch
„Die 4-Stunden-Woche“ von Timothy Ferriss.
Darin heißt es, man solle einfache und zeitraubende
Aufgaben an „virtuelle Assistenten“ abgeben
– und die gewonnene Zeit lieber für
Sprachkurse oder Reisen nutzen. Zinser arbeitet
80 Stunden die Woche, er reist nicht und
hat auch keine Zeit zum Sprachenlernen. Aber
die Idee, virtuelle Helfer zu engagieren, ließ
ihn nicht mehr los.

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Heute gibt er 100 bis 250 Euro im Monat für
Assistenzaufgaben aus. Recherchen? Lässt er
erledigen. Projektberichte? Lässt er schreiben.
Weist das Resultat nicht die gewünschte Qualität
auf, lässt er nacharbeiten. Wie bei einer
echten Sekretärin. Der große Unterschied: Zinser
hat gleich mehrere Assistenten. Zu Gesicht
bekommt er sie nie, sie sitzen viele Kilometer
entfernt. Nur per E-Mail und Telefon stehen sie
in Kontakt. Über die Firma Freedays gibt Zinser
ihnen Aufträge und versieht diese mit Deadlines.
Seine virtuellen Assistenten ermöglichen
ihm zwar keine Vier-Stunden-Woche, aber wenigstens
ganz normale Acht-Stunden-Tage.

Büroarbeiten delegieren

Viele Existenzgründer arbeiten bis zum Umfallen,
stecken Zeit und Herzblut in ihr Projekt.
Dabei muss keiner alles selbst machen. Viele
Aufgaben lassen sich delegieren, an Dienstleister,
die auf Abruf – on Demand – arbeiten und
abrechnen. Sie nehmen Anrufe entgegen, erledigen
die Buchhaltung, schreiben Mahnungen
oder liefern Marktanalysen und berechnen
diese
Leistungen je nach Zeitaufwand. Meist
fallen keine monatlichen Pauschalen an. So
vermeiden Gründer feste Kosten und können
die Angebote genau so nutzen, wie sie es sich
leisten können.

ASSISTENZDIENSTE

Anbieter: etwa Freedays, Strandschicht, Getfriday, meinvirtuellerassistent.
com; viele verschiedene Anbieter listet www.fernarbeit.net

Was sie können: einfache Aufgaben wie Internetrecherche, Reisebuchungen, Erstellen von Powerpoint-Präsentationen

Was es kostet: zum Beispiel bei Strandschicht:
8 Euro
pro Stunde bei
20 genutzten
Stunden im Monat
(deutschsprachige
Assistenten
aus dem Ausland)

Besonderheit: Freedays bietet
auch die Pflege
von Social-Media-
Seiten und Blogs
sowie den Entwurf
von Logos und
Briefpapier an.

TELEFONDIENSTE

Anbieter: zum Beispiel Topbüro, Ebüro,
Fasttalk, Calloffice,
Tel-Inform,
Bueroservice24.
com, Vipo

Was sie können: Annahme von
Anrufen
im Namen
des Kunden,
Anfragenotizen;
bei einigen Anbietern
kann man
auch Nachrichten
für Anrufer hinterlegen

Was es kostet: zum Beispiel Einsteigerttarif
bei
Ebüro: 39 Euro
monatlich plus 74
Cent pro Anrufentgegennahme
und Anrufminute

Besonderheit: Ebüro vermietet
auch stundenweise
Konferenzräume.

BUCHHALTUNG

Anbieter: etwa Assistio,
Büro-Sortierdienst
(Netzwerk
unabhängiger
Bürodienstleister)

Was sie können: Der Auftraggeber
schickt Belege,
Rechnungen,
Quittungen per
Post, Fax oder
Mail. Die Dienste
erfassen, kontieren
und geben
regelmäßig einen
Überblick.

Was es kostet: etwa bei Assistio:
je nach in Anspruch
genommener
Leistung
und Volumen
10 bis 15 Euro pro
Stunde

Besonderheit: Assistio bietet
Analyse der
Buchhaltung an,
mit Blick auf
Kostenoptimierung
und Einnahmepotenziale.

RECHERCHE

Anbieter: zum Beispiel Informationsbroker.net,
Inforecherche.de,
Wind GmbH
(spezialisiert auf
Wirtschaft und
Wissenschaft)

Was sie können: professionelle
Recherche in
Archiven,
die über
Google-Suche im
Internet hinausgeht;
zum Teil per
Telefon oder in
kostenpflichtigen
Datenbanken

Was es kostet: zum Beispiel bei
Informationsbroker.net: 50 bis
100 Euro pro
Stunde (je nach
Aufwand)

Besonderheit: Einige Infobroker
bieten ihren Kunden
Schulungen
an, dort können
sie lernen, selbst
besser zu recherchieren.

VERSAND

Anbieter: zum Beispiel VSP Lettershop,
Mailingfactory,
Office Data
Service,
Itella
Deutschland,
Letterei

Was sie können: Versand von
Massenbriefen
(Werbung,
Kundeninformationen,
Pressemailings)

Was es kostet: etwa bei Mailingfactory:
500
Werbebriefe
(eine Seite farbig)
200 Euro

Besonderheit: Itella zum Beispiel
verschickt Rechnungen
im Auftrag
des Kunden
nicht nur per
Post, sondern
auch online.

HAUSHALT

Anbieter: zum Beispiel
Happymaids,
Die
Haushaltshilfen,
ASL, Solveith

Was sie können: Wischen, Saugen,
Fegen, Schrubben;
Putzen auf
Abruf, ohne Bindung;
legal

Was es kostet: zum Beispiel bei Happymaids:
Grundreinigung
einer Zweizimmerwohnung
je
nach Standort
39 bis 59 Euro

Besonderheit: auch Einkaufs-,
Wäsche- oder
Bügelservice, Kfz-
Dienstleistungen
(Auto waschen,
tanken, Werkstatttermine)

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