Gründung Kaufen Sie sich den richtigen Namen

Mit der Bekanntheit des eigenen Namens steigt meist der Erfolg. Das haben auch mittelständische Unternehmen erkannt - sie können mit den Lizenzen bekannter Marken schnell und unkompliziert gute Geschäfte machen.

Bei Bugatti denken die meisten an die superteure und exquisite Automarke. Den gleichen Namen trägt aber auch eine noble Männermodemarke. Die Rechte daran hält das Herforder Textilunternehmen Brinkmann. Davon profitiert Alexander Vesmar. Der Berliner Unternehmer produziert und vertreibt Handytaschen als Lizenznehmer des Mode­labels. Mit Erfolg. Denn seine Kunden greifen für die Bugatti-Produkte gerne tief in die Tasche.

Mittlerweile bietet Firmenchef Ves­mar 100 Taschenvarianten unter der Marke Bugatti an. Dafür investierte er 50 .000 Euro in den Aufbau der Produktion und zahlt zehn Prozent des Taschenumsatzes an den Lizenzgeber. 40 Prozent seines Gesamtumsatzes von 1,8 Millionen Euro erwirtschaftete Vesmar 2007 mit Bu­gatti-Produkten.

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Das Geschäft mit der gemieteten Marke rechnet sich. Lizenznehmer profitieren direkt vom hohen Bekanntheitsgrad und positiven Image eines renommierten Labels und er­zielen höhere Umsätze. Zudem entfällt die langfristige, teure und riskante Entwicklung einer Eigenmarke. Der Lizenzgeber erhält für die Nutzung vom Lizenznehmer üblicherweise etwa zehn Prozent vom Umsatz.

Der Markt boomt. Die Fachverbände Licensing Industry Merchan­disers‘ Association (Lima) und European License Marketing & Merchandising Association (Elma) melden seit Jahren Zuwachsraten. Aktuell liegt „das Volumen in Deutschland bei 26,5 Milliarden Euro“, schätzt Elma-Präsident Michael Lou.

Für Unternehmen, die in das Geschäft einsteigen wollen, gibt es mehrere Möglichkeiten, Lizenzen zu erhalten. Auf Fachmessen und Tagun­gen können sie sich einen Überblick verschaffen (www.lima-verband.de). Spezielle Agenturen suchen Unternehmen, die in der Lage sind, die Anforderungen des Markeninhabers an Design oder Qualität bei Lizenzprodukten zu erfüllen. Der umgekehrte Weg funktioniert ebenfalls. So kam Alexander Vesmar auf die Idee, Handytaschen der Marke Bugatti zu produzieren. Er stellte sein Konzept der Firma Brinkmann vor, die seit Jahren auf Lizenzpartner setzt. „Wir achten dabei vor allem auf die Qualität der Produkte“, sagt Brinkmann-Sprecherin Tanja Bobel. Und die stimmte bei Vesmar.

Entscheidend für den Erfolg ist es, seriöse Lizenzgeber zu finden. „Sonst wird das Geschäft schnell zum Risiko“, warnt Lizenzrechtsexperte Michael Groß aus München. Außerdem müssen „Marke und Produkt zusammenpassen“, sagt Karin Böll, Inhaberin einer Lizenzagentur in München. „Das Potenzial einer Marke ergibt sich aus dem Bekanntheitsgrad und dem Image«, erklärt Böll. Ein Faktor allein reicht nicht. So wurde die Pepsi-Cola-Brille des Sonnenbrillenherstellers August Wulf aus Bad Salzuflen ein Flop. Trotz großer Bekanntheit taugten Sonnenbrillen mit dem Markenlogo nicht zum Statussymbol.

Der Markt wird vielfältiger und schneller, erläutert Expertin Böll: „Neue Lizenzangebote entstehen dort, wo keiner sie vermutet.“ So vergab der Berliner Zoo im vergangenen Jahr 44 Lizenzen an 29 Unternehmen für die Nutzung der Marke „Respect Habitats. Knut“. Und während aus dem Berliner Tierbaby mittlerweile ein erwachsener Eisbär geworden ist, wächst in Nürnberg schon die Konkurrenz heran: Flocke heißt der neue Medienstar. Die Stadt Nürnberg besitzt die Markenrechte an dem kleinen Eisbären und verhandelt mit Lizenznehmern. Etwa 30 Lizenzen will der Zoo vergeben

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