Gründung KfW registriert Zuwachs bei Start-Ups

Der eigene Chef zu sein, das ist es, was immer mehr Deutsche realisieren. Vor allem in den Ballungsräumen der Großstädte gründet es sich besonders gut. Aber dank des Wirtschaftbooms könnte die Gründungslaune bald ins Stocken geraten.

In Deutschland wagen wieder mehr Menschen den Schritt in die Selbstständigkeit: Die staatseigene Förderbank KfW zählte im vergangenen Jahr 936.000 Existenzgründer und damit 66.000 mehr als im Vorjahr. „Dies ist der zweite Anstieg in Folge, diesmal hat der Konjunkturaufschwung dem Gründungsgeschehen einen Schub gegeben“, sagte KfW-Chefvolkswirt Norbert Irsch. Im Krisenjahr 2009 hatten sich hingegen oft Arbeitslose selbstständig gemacht, weil sie nur noch wenig Hoffnung auf eine abhängige Beschäftigung hatten.

Die KfW erwartet, dass die Zahl der Unternehmensgründer im laufenden Jahr wieder sinken wird. „Die geringere konjunkturelle Dynamik und eine weitere Verbesserung auf dem Arbeitsmarkt werden sich im Zusammenspiel dämpfend auswirken“, sagte der Chefvolkswirt. Allerdings seien Existenzgründer wichtig für den Erneuerungsprozess der Wirtschaft: „Sie beleben den Wettbewerb, indem sie selbst als Anbieter auftreten und Bestandsunternehmen immer wieder zu Effizienzsteigerungen und Neuerungen anhalten.“

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Entstandene Vollzeitjobs durch Gründungen nehmen zu

Im vergangenen Jahr entstanden dank der Neugründungen rund 582.000 Vollzeitjobs. Obwohl nur 28 Prozent der Gründer Mitarbeiter haben, übertraf der Beschäftigungseffekt die Werte der vergangenen Jahre deutlich: 2008 schafften Existenzgründer 447.000 Stellen, 2009 waren es 517.000. In den Zahlen erfasst die KfW neben Gewerbeanmeldungen auch Nebenerwerbsprojekte und Freie Berufe.

Allerdings bieten nur zwei von drei neu geschaffenen Stellen eine langfristige Perspektive: Drei Jahre nach dem Start hat ein Drittel (32 Prozent) seine Geschäftstätigkeit schon wieder beendet.

Dynamisch war das Gründergeschehen 2010 vor allem in den Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen. In den Ballungsräumen seien die Voraussetzungen besonders günstig, erläuterte Irsch: „Dort treffen große lokale Absatzmärkte mit einem breiten Angebot an Qualifikationen auf den Arbeitsmärkten sowie einer ausgebauten Infrastruktur zusammen.“

Im Bundesländerranking folgten die vier wirtschaftsstärksten Flächenstaaten Baden-Württemberg, Hessen, Bayern und Nordrhein-Westfalen. Ostdeutsche Bundesländer weisen dagegen geringere Gründerquoten auf, sagte Irsch: „Eine höhere Kaufkraft in den wohlhabenden Regionen führt zu günstigen Nachfragebedingungen. Neue Geschäftsideen haben dort bessere Chancen, von den Kunden angenommen zu werden.“

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