Gründung Mehr Schein als Sein

Unternehmer sollen Verantwortung zeigen. Für die Mitarbeiter, ihre Geschäftspartner und die Umwelt. Viele werben deshalb mit Zertifikaten wie Bio oder Fair-Trade. Doch Vorsicht: Wer sich nur eine "grüne Fassade" aufbaut, anstatt aus Überzeugung zu handeln, wird schnell geoutet. Die schlimmsten Fehler auf einen Blick.

Wer in jeder Werbeanzeige mit einem großen Fair-Trade-Siegel auftrumpft und gleichzeitig andere Waren in dubiosen Hinterhof-Fabriken in Asien fertigen lässt, handelt fahrlässig.

Dieses so genannte Greenwashing setzt die Glaubwürdigkeit des gesamten Betriebs auf’s Spiel. Rückläufige Verkaufszahlen, Kundenbeschwerden oder sogar öffentliche Rügen und Klagen können die Folge sein.

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Die US-amerikanische Umweltberatungsagentur Terrachoice hat einmal die häufigsten Sünden zusammengestellt, mit denen sich die Firmen ihr Image grün färben, ohne gleichzeitig nachhaltig von ihrem Handel überzeugt zu sein.

1. Zielkonflikt: Ein Produkt wird wegen einer einzelnen Eigenschaft als umweltfreundlich beworben, obwohl andere Produkteigenschaften umweltschädlich sind.

2. Keine Nachweis: Es werden vom Unternehmen Aussagen publik gemacht, die nicht durch unabhängige Fachstellen verifiziert oder durch aussagekräftige Studien belegt werden können.

3. Vage Aussage: Die Firma benutzt in der Öffentlichkeit Begriffe, die nicht klar definiert sind und leicht missverstanden werden können.

4. Falsche Labels: Broschüren und Werbung werden mit selbst erfundenen Labels aufgepeppt. Oder es werden Gütesiegel von unseriösen Instituten verwendet.

5. Irrelevanz: Es werden Aussagen in den Raum gestellt, die zwar stimmen, aber ansonsten wertlos sind, weil sich zum Beispiel der Hersteller eines Produkts lediglich an die gesetzlichen Vorschriften gehalten hat – wie alle anderen Marktteilnehmer selbstverständlich auch.

6. Unzulässiger Vergleich: Das Unternehmen vergleicht sein Angebot mit einem noch weniger umweltfreundlichen Produkt, um es in einem besseren Licht erscheinen zu lassen.

7. Unwahrheiten verbreiten: Wohl die schlimmste Sünde, da sich niemand gern belügen lässt. Deshalb: Nie mit einem Gütesiegel werben, wenn das Produkt gar nicht dafür zertifiziert wurde.

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