Gründung Mehr Venture Capital für Startups

Nachdem sich schon 2010 die Stimmung auf dem deutschen Beteiligungsmarkt wieder aufhellte, erwarten Experten auch für dieses Jahr einen deutlichen Aufwärtstrend bei der Bereitstellung von Beteiligungskapital.

Das positive wirtschaftliche Umfeld und die Konjunkturaussichten sorgen dafür, dass die deutschen Venture-Capital-Gesellschaften optimistisch in die Zukunft schauen. Die „Private Equity-Prognose 2011“ – eine Umfrage unter den Mitgliedern des Bundesverbands Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BVK) – zeigt: Mehr als drei Viertel der Befragten geht davon aus, dass sie in diesem Jahr mehr investieren werden.

Allerdings müssen die meisten Gesellschaften zuvor ihre leeren Kassen wieder auffüllen: 4,12 Milliarden Euro wollen die Geldgeber in den nächsten beiden Jahren einsammeln. Davon sollen 1,68 Milliarden Euro dann ausschließlich für Venture-Capital-Engagements zur Verfügung stehen, die jungen Start-ups zu Gute kommen.

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Die schwierigen letzten beiden Jahre hinterlassen bei den Kapitalgebern jedoch Spuren: Mehr als die Hälfte der befragten Gesellschaften will in diesem Jahr nur in Zusammenarbeit mit anderen Finanzierungspartnern tätig werden. Junge Unternehmen müssen in diesen Fällen nicht nur mit einem Venture-Capitalisten verhandeln, sondern sollten gleich bei mehreren um eine Finanzspritze buhlen.

Nach den für sie attraktivsten Branchen gefragt, fielen die Antworten der Früh-Phasen-Investoren wie folgt aus:

  • Energie, Wasser, Umwelt 59 Prozent
  • Software, IT, Internet 54 Prozent
  • Biotechnologie, Pharma, Medizin 48 Prozent
  • Kommunikationstechnologie 39 Prozent
  • E-Technik, Elektronik, Halbleiter 24 Prozent
  • Chemie, Werkstoffe 19 Prozent
  • Medien 15 Prozent
  • Maschinen-, Anlagenbau 7 Prozent
  • Finanzdienstleistungen 6 Prozent
  • Industrieautomation, -produkte 6 Prozent
  • Handel, Konsumgüter 4 Prozent
  • Sonstige Dienstleistungen 2 Prozent

Zuversicht verbreiten die Venture-Capital-Gesellschaften auch, was ihre Exit-Möglichkeiten anbetrifft: 77 Prozent gehen davon aus, dass sie sich künftig leichter von ihren Beteiligungen trennen können.

So erwarten sie, dass die Zahl der Börsengänge 2011 wieder ansteigen wird. Aber auch der Verkauf an einen strategischen Investor wird für sie wieder attraktiver, da die Bewertungen ihrer Investments wegen der positiven konjunkturellen Entwicklung ebenfalls anziehen.

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