Gründung Mittelstand ringt um zukünftige Chefs

Jahrzehntelang haben sie ihre Firma erfolgreich geführt. Die Suche nach einem Nachfolger gelingt Familienunternehmern jedoch immer schlechter. Laut DIHK stehen deswegen jährlich Zehntausende Arbeitsplätze auf dem Spiel.

In vielen deutschen Familienbetrieben wird die Suche nach einem neuen Chef immer schwieriger. Mehr als jeder dritte Unternehmer habe große Probleme, passende Nachfolger zu finden, teilte der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) am Montag mit.

„Damit sind beim Betriebsübergang jedes Jahr 50.000 Arbeitsplätze gefährdet“, warnte DIHK-Präsident Hans Heinrich Driftmann. Denn der Generationswechsel im Mittelstand sei ein entscheidender Punkt im Unternehmerleben. Scheitere die Suche, stünden Betriebe oft vor dem Aus. Erschwerend hinzu komme, dass viele ältere Unternehmer ihre Nachfolge zu spät vorbereiteten. Driftmann sieht die demografische Entwicklung als eine zusätzliche Schwierigkeit beim Wechsel, denn die Zahl der potenziellen Nachfolger gehe zurück.

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Größtes Hemmnis für Existenzgründer, die einen Betrieb übernehmen wollen, ist die Finanzierung. Dies sei bei sechs von zehn Interessenten der Fall, teilte der DIHK in seinem Bericht „Unternehmensnachfolge 2010“ mit. Oft seien die Preisvorstellungen bei den Alt-Unternehmern überzogen. Allerdings hätten Gewinn- und Umsatzeinbrüche in der Krise den Wert vieler Firmen gesenkt. „Viele Senior-Unternehmer reagieren hierauf und warten derzeit mit dem Verkauf, bis ihr Betrieb wieder auf einem festen Fundament steht und damit einen höheren Kaufpreis erzielt.“

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