Gründung Nachfolger im Visier

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) stellt seinen Report "Unternehmensnachfolge 2011" vor. Das erschreckende Ergebnis: Rund 1800 Betriebe mussten 2010 aufgegeben werden, weil der Seniorchef nicht rechtzeitig einen Ersatz für sich gefunden hat.

Dabei wurden zirka 23.000 Arbeitsplätze vernichtet. „Mehr als jeder dritte Unternehmer hat inzwischen große Schwierigkeiten, den richtigen Nachfolger für seinen Betrieb zu finden“, berichtete DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben.

Nach rund 21.500 Kontakten von IHK-Experten mit Alt-Unternehmern und Gründern, die an der Übernahme eines bestehenden Betriebs interessiert sind, wurden die folgenden Hürden für das Scheitern des Generationswechsels identifiziert.

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Die größten Hemmnisse der Senioren:
46% bereiten sich nicht rechtzeitig vor und geraten in Zeitnot.
41% fordern einen überhöhten Kaufpreis.
37% können emotional nicht loslassen.
37% finden einfach keinen Nachfolger, der fachlich und unternehmerisch qualifiziert ist.
23% warten mit dem Verkauf, um die Altersvorsorge aufzustocken.
Die häufigsten Hürden bei den potenziellen Übernehmern:
59% haben Finanzierungsprobleme.
45% finden kein passendes Unternehmen.
44% unterschätzen die Anforderungen.
32% sind nur unzureichend qualifiziert.
19% befürchten eine zu hohe Belastung durch die Erbschaftssteuer.

In puncto Finanzierung bemängelten die angehenden Junior-Chefs, dass zwar unterm Strich mehr Banken bereit sind, Nachfolgeregelungen zu finanzieren und dass sie häufiger durch Bürgschaften unterstützt werden. Stattdessen halten sich jedoch die Beteiligungskapitalgeber verstärkt mit ihren Engagements zurück.

Zudem hat die Finanz- und Wirtschaftskrise am eigenen Portemonnaie gezehrt: 22 Prozent der Nachfolgekandidaten haben Probleme, ausreichend Eigenkapital für die Übernahme der Firma zur Verfügung zu stellen.

Die höchste Übernahmehürde können Nachfolger nur nehmen, wenn sie sich besser auf das Bankgespräch vorbereiten. Hierzu gehört ein überzeugender Businessplan.

Folgende Fragen sollte der Businessplan beantworten:
Wie soll der Betrieb weiterentwickelt werden?
Welche Sicherheiten können mitgebracht werden?
Welche Qualifikationen bringt der neue Chef mit und mit welchen externen Fachleuten kann das Team ergänzt werden?
Sind die Umsatz- und Ertragserwartungen realistisch?

Eine bundesweite Nachfolgebörse mit Verkaufsangeboten, Kaufgesuchen und zahlreichen praktischen Planungshilfen rund um das Thema Generationswechsel finden sie im Internet unter www.nexxt-change.org.

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