Gründung „Nur Sie selbst bestimmen das Tempo“

In der Garage ist Nico Höper mit seinem Unternehmen nicht gestartet - wohl aber aus seinem Wohnzimmer heraus. Der Gründer der Smarten GmbH setzt auf den Zukunftsmarkt Energie. Mit seinem ersten großen Auftrag startet er nun durch.

Herr Höper, wie fühlt es sich an, wenn man sein eigenes Unternehmen startet?

Es ist natürlich ein schönes Gefühl. Man sieht, wie alles, was man sich im Geschäftskonzept überlegt hat, in die Realität umgesetzt wird. Der Plan im Kopf beginnt weiter zu wachsen, und selbstverständlich ergeben sich bei der Umsetzung weitere neue Ideen. Bis zum heutigen Stand war es für mich ein langer Weg – von der Gründung bis zum ersten Umsatz vergingen immerhin fast zwei Jahre.

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Ihr erster großer Auftrag steht nun an…

Richtig, gleich ein großer Stadtwerkeverbund hat angebissen. Er kann mit unserem Verfahren zur Stromverbrauchsmessung ein neues Geschäftsmodell erstellen und seinen Kunden neue Services anbieten.

Sie sind in Ihrem Wohnzimmer gestartet – wie schwierig ist es, zu Hause konsequent ein Unternehmen aufzubauen?

Es gibt Vor- und Nachteile, wenn man aus dem Wohnzimmer startet. In erster Linie spart man den Arbeitsweg, hat also mehr Zeit für die Umsetzung. In einem Gespräch mit einem Investor ist es allerdings von Nachteil, wenn im Lebenslauf Wohnung und Firma die gleiche Adresse haben. Wir hatten am Anfang Lieferanten im Haus, die sagten: „Bei Ihnen im Büro fühlt man sich richtig wohnlich.“

Wenn man, wie ich, alleine zu Hause an seiner Idee arbeitet, stolpert man schnell über das Thema „Motivation“. Sie müssen sich mehr selber motivieren, wenn Sie zu Hause wohnen und arbeiten – man könnte ja morgens auch im Bett liegen bleiben. Es interessiert niemanden, ob man arbeitet. Nur Sie selbst bestimmen das Tempo, das Pensum.

Von welcher Seite haben Sie die größte Unterstützung erhalten – und welches waren die größten Hürden, die Sie zu bewältigen hatten?

Die größte Unterstützung habe ich von meinem Geschäftspartner erhalten. Ansonsten muss ich leider sagen, hat es nicht viele Hilfestellungen gegeben. Viele in meinem Umfeld haben sich gegen die Idee oder die Selbstständigkeit ausgesprochen.

Die größte Hürde war es jedoch, sich selber immer wieder neu zu motivieren, an die Idee zu glauben und den Weg weiter zu gehen. Wenn man eineinhalb Jahre für die Entwicklung, die Finanzierung und die Organisation braucht – da verliert man oft die Motivation.

Vor welchen besonderen Schwierigkeiten stehen Kleinstgründer, wenn sie auf der Suche nach großen Aufträgen und namhaften Auftraggebern sind?

Meine Erfahrung: Sie müssen so auftreten, als ob Sie schon Jahre lang das Unternehmen führen und dieser Kunde nur einer von vielen ist.

Wichtig ist selbstverständlich auch die Fachkompetenz, ein sicheres Auftreten und die Persönlichkeit. Sie müssen die Leute begeistern und mitnehmen – dazu haben Sie maximal 20 Minuten Zeit.

Bei Smarten hatten wir den Vorteil, dass wir von Anfang an zu zweit waren. So konten wir die Aufgaben verteilen und uns die Bälle zuspielen. Das hilft erheblich weiter.

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