Gründung Qual der Wahl

Für gesetzlich versicherte Unternehmer gibt es kein Krankentagegeld mehr. Wir stellen Ihnen die Alternativen vor.

„Wer Kuli liebt und Frankenfeld, der hat ein Recht auf Krankengeld“, witzelte einst der Komiker
Otto Waalkes über die TV-Entertainer Hans-Joachim Kulenkampff und Peter Frankenfeld.
Ganz so einfach ist das seit dem Jahreswechsel nicht mehr, vor allem nicht für die rund 1,5 Millionen Selbständigen in Deutschland, die freiwillig gesetzlich krankenversichert sind. Sie haben am 1. Januar ihren Anspruch auf Krankengeld verloren und müssen sich selber absichern.

Entweder wählen sie gegen Aufpreis einen der neuen Wahltarife ihrer Kasse, um sich vor den finanziellen Folgen längerfristiger Krankheiten zu schützen, oder sie schließen eine private Zusatzversicherung ab. „Die Entscheidung hängt vom Preis-Leistungs-Verhältnis und vom Gesundheitszustand ab“, weiß Kai Vogel, Versicherungsexperte der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

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Zwar müssen Selbständige inzwischen statt 15,5 nur 14,9 Prozent Beitrag in die gesetzliche Krankenkasse leisten, doch dies kompensiert oft nicht den Wegfall des Tagegelds. Wer die Zusatztarife der Kassen wählt, zahlt zwischen 46 und 111 Euro jeden Monat, wenn er sich für Tagegeld ab dem 22. Krankheitstag entscheidet. Die Laufzeit ist überdies begrenzt auf maximal 78 Wochen innerhalb von drei Jahren. Zudem binden sich die Kunden drei Jahre an den Kassentarif.

Private Versicherer kennen solche Beschränkungen meist nicht. Beim gesetzlichen Versicherer Barmer können selbst gut verdienende Kunden nur maximal 85,75 Euro pro
Krankentag vereinbaren. „Private Policen sind oft preiswerter und flexibler“, sagt Hans-Josef Pick, Vorstand der privaten Assekuranz DKV und Victoria.

Aber nur, wenn der Unternehmer gesund ist. Andreas Schmidt-Maas, Landschaftsarchitekt aus Kassel, bleibt daher bei der Techniker Krankenkasse. „Ich hatte keine Lust auf eine Gesundheitsprüfung“, sagt der 54-Jährige. Im Gegensatz zu den gesetzlichen Kassen erheben private Krankenversicherer Risikozuschläge, wenn es um die Gesundheit des Kunden nicht gut bestellt ist oder lehnen ihn gleich ganz ab. Wer etwa eine Herzschädigung hat, dessen Prämie
kann sich schnell verfünffachen. Vor allem für chronisch Kranke können Privatpolicen
so schnell zur gefährlichen Kostenfalle werden.

Checkliste: Was Sie künftig beachten müssen

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