Gründung Qualifizierte Arbeitsvermittlung von Studenten

Job und Studium zu vereinbaren ist nicht einfach. Qualifizierte Arbeit zu finden, ist für Studenten fast unmöglich. Wie es doch geht zeigt das Hamburger Startup mylittlejob.com. Studenten finden anspruchsvolle, flexible und gut bezahlte Jobs und Unternehmen gut ausgebildete Arbeitskräfte für kleine Aufträge. Im Gespräch mit impulse.de spricht Gründer Marlon Litz-Rosenzweig über sein junges Unternehmen.

 

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Kellnern, Möbel packen oder Pakete ausliefern. Die Arbeitsangebote der Studentenwerke in Deutschland sind überschaubar. Viele Studenten verdienen sich mit kleinen Jobs etwas Geld neben her. Seit der Bologna-Reform ist es zunehmend schwieriger geworden, langfristige Arbeit zu finden, die sich mit dem Studium vereinbaren lässt. Unternehmen sind meist unflexibel und können nicht auf die zeitlichen Anforderungen eines Studenten reagieren.

Demgegenüber stellt sich für viele Firmen das Problem, Kleinstaufträge zu vergeben. Freie Mitarbeiter sind teuer und extra einen Praktikanten für etwa Rechercheaufträge zu engagieren, macht wenig Sinn. Was also tun, wenn ein Architekturbüro aufgrund von Auftragsspitzen eine kurzfristige Aushilfskraft sucht, die Zeichnungen digitalisieren oder ein mittelständisches Unternehmen seine Homepage überarbeiten will? Eine ähnliche Frage hat sich auch Marlon Litz-Rosenzweig gestellt, als er im Anschluss an sein Studium seine Mitschriften digitalisieren lassen wollte.

Bei seiner Suche fand er keine Plattform, die qualifizierte und günstige Arbeitskräfte anbot, die seine handschriftlichen Werke in Word übertragen konnten. Denn aufgrund seines Studiums in Großbritannien waren diese obendrein in Englisch verfasst. „Da ich neben VWL und Politik auch Philosophie studiert habe, war klar, dass diese Aufgabe ein gewisses Grundverständnis der Materie erfordert,“ sagt Litz-Rosenzweig im Gespräch mit impulse.de. Aufgrund des fehlenden Angebots bat er schließlich seinen Freund Daniel Barke sich der Sache anzunehmen. Dieser hatte wenig Interesse die Unterlagen zu übersetzen, aber im Gespräch darüber kam beiden die Idee eine Plattform zu gründen, die solche spezifischen Anfragen an qualifizierte Studenten vermittelt.

Mit mylittlejob.de wurde ein Angebot geschaffen, das besonders für kleine- und mittelständische Unternehmen interessant ist. Mit Hilfe eines Bewertungssystems können qualifizierte Studenten gefunden werden, die kleine Aufgaben von zu Hause aus erledigen. Dies spart Zeit und letztendlich auch Personalkosten. Aber auch für Studenten kann diese Plattform lukrativ sein, da sie Arbeit finden, die sich mit dem Anforderungen des Studiums vereinbaren lässt und einen guten Nebenverdienst darstellt. „Im Moment steht eine Anfrage zwei Minuten online, ehe sie angenommen wird. Das Problem im Moment ist es eine ausgewogene Balance zwischen Jobvolumen und studentischer Arbeitskraft zu schaffen.“

Das Wachstum des im Mai 2011 gegründeten Startups ist rasant. Neun Mitarbeiter inklusive der beiden Geschäftsführer haben gerade neue Büroräume in Hamburg bezogen. Laut eigener Aussage sind im Moment 55 Unternehmen und 2500 Studenten auf mylittlejob aktiv, wobei im Schnitt 600 bis 700 Aufträge pro Monat angeboten werden – Tendenz steigend. Ein externer Investor ist ebenfalls eingestiegen. „Wir planen noch Ende des Jahres die Gewinnschwelle zu erreichen und benötigen daher vorerst keine weitere Finanzierungsrunde.“ sagt Litz-Rosenzweig.

Der Verdienst von mylittlejob ist von den jeweiligen Aufträgen abhängig und deren Anspruchsgrad. Zwischen 0,50 und 15 Euro Provision kommen so zustande. Doch auch für Studenten soll sich das Angebot lohnen. „Wer viel macht und gut ist, kann bis zu 500 Euro pro Woche verdienen.“ Mit der Idee, allein auf die Vermittlung von Studenten zu setzen, ist mylittlejob momentan die einzige Onlineplattform in diesem Bereich. Das Ziel sei es laut Rosenzweig daher auch europaweit zu expandieren und die „idealistische Idee etwas bewegen zu wollen und qualifizierte Arbeit für Studenten neben dem Studium zu vermitteln“ weiter zu tragen.

Um die geleistete Arbeit und damit auch die Studenten bewerten zu können, hat Rosenzweig einen Algorithmus entwickelt, der laut eigener Aussage, den Praxistest bestanden hat. „Wichtig ist es für uns, dass Studenten nach ihren Fähigkeiten, Kenntnissen und der geleisteten Arbeit bewertet werden und nicht nach Abiturnoten oder Prestige der Universität.“ Die Auftragnehmer sind daher auch anonym gehalten und die Kommunikation läuft ausschließlich über mylittlejob. Es sei aber auch schon zu einer Weitervermittlung in feste Arbeitsverhältnisse gekommen.

Mit anspruchsvollen und flexiblen Angeboten hat mylittlejob eine Marktlücke gefunden. Nachahmer werden nicht lange auf sich warten lassen, ebenso wie Übernahmeangebote. „Wir bekommen viele Anfragen für Kooperationen in verschiedenster Form, doch wir beschäftigen uns im Moment nur mit dem weiteren Ausbau unseres Angebotes,“ so Litz-Rosenzweig abschließend.

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