Gründung Rechnungsvorschriften gelockert

Eine Arbeitserleichterung für Unternehmer: Die Oberfinanzdirektion Koblenz hat entschieden, dass Ausgangsrechnungen künftig nicht mehr fortlaufend nummeriert werden müssen.

Die Verfügung ist bundesweit gültig (Aktenzeichen S 7280 A – St. 44 5). Mit der Angabe einer Rechnungsnummer wollte der Fiskus sicherstellen, dass jedes Schreiben einmalig ist – und auf diesem Weg Umsatzsteuerbetrug verhindern.

Künftig können Firmen auf ihren Rechnungen nun auch eine Kombination aus Buchstaben und Zahlen aufführen. Damit lassen sich nun per Zuordnung bestimmter Angaben Rechnungsgruppen bilden, die zum Beispiel zeitlich, geographisch oder je nach Kunde und Verkäufer voneinander getrennt sind.

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Allerdings gehören laut Wirtschaftsauskunftei Creditreform noch immer folgende Angaben in das Forderungsschreiben, damit Zahlungsverzögerungen möglichst vermieden werden:

  • Vollständige Absenderangaben mit Name und Anschrift der Firma.
  • Die Steuernummer des Gläubigers, wie sie vom Finanzamt vergeben wurde.
  • Unternehmen, die innerhalb der EU verkaufen, müssen in der Rechnung auch ihre Umsatzsteuer-Identifikationsnummer angeben. Sie wird vom Bundeszentralamt für Steuern ausgegeben.
  • Vollständige Empfängerangaben inklusive komplettem Namen und Adresse.
  • Ort und Datum der Rechnungsstellung.
  • Die Rechnungsnummer – sie darf weiterhin nur einmal vergeben werden, damit jede Forderung eindeutig identifizierbar ist.
  • In die Betreffzeile gehört der Titel „Rechnung“ und eventuell auch ein direkter Hinweis wie zum Beispiel „Ihr Auftrag vom …“.
  • Eine exakte Beschreibung der Menge und Art der gelieferten Gegenstände. Oder der Umfang der erbrachten Dienstleistungen. Plus: Zeitpunkt beziehungsweise Zeitraum der Lieferung oder Leistung.
  • Ausgewiesen müssen zudem der Nettobetrag in Euro, die anteilige Umsatzsteuer oder der Mehrwertsteuersatz und die Höhe des Steuerbetrags in Euro.
  • Wer von der Steuer befreit ist, hat einen entsprechenden Hinweis zu liefern.
  • Um Missverständnisse zu vermeiden, sollten Gläubiger ein konkretes Datum nennen, bis zu dem der Betrag beglichen werden soll. Generell gilt: Nach 30 Tagen gerät der Kunde in Verzug. Es sei denn, in der Rechnung wurde ein anderes Zahlungsziel genannt.
  • Die Angabe der vollständigen und korrekten Bankverbindung beugt Zahlungsverzögerungen vor.
  • Bei Werkslieferungen oder Leistungen im Bau beziehungsweise Ausbau an Privatkunden muss der Unternehmer in der Rechnung auf die zweijährige Aufbewahrungspflicht für das Schreiben hinweisen.

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