Gründung So finden Sie gute Leute

Bewerbungsgespräche mit potentiellen Mitarbeitern sind vor allem für Existenzgründer eine Herausforderung. Manch Firmenchef ist nervöser als der Bewerber, der vor ihm sitzt. Das muss nicht sein: gründerzeit beschreibt die wichtigsten Regeln für ein erfolgreiches Bewerbungsgespräch.

Vorbereitung ist alles. Erstellen Sie eine Liste mit dem Anforderungsprofil, das Sie an den neuen Mitarbeiter stellen. Bewerten Sie die einzelnen Kriterien nach ihrer Wichtigkeit. Notieren Sie sämtliche Fragen, die Sie an den Bewerber haben. Wenn Sie dem Gesprächspartner Broschüren oder Infomaterial mitgeben wollen: vorher bereitlegen.

In der Ruhe liegt die Kraft.Sorgen Sie für einen Raum, in dem Sie ungestört sind. Nehmen Sie sich genügend Zeit für jeden einzelnen Termin. Während des Gesprächs sollte nach Möglichkeit kein Telefon klingeln.

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Offene Karten. Erklären Sie kurz den geplanten Ablauf des Bewerbungsgespräch. Stellen Sie sich und ihre Firma in der Einleitung vor. Beschreiben Sie präzise die Arbeitsstelle, die Sie zu besetzen haben.

Wechselspiel. Anschließend kann der Bewerber sich kurz präsentieren: Familienstand, Qualifikation, bisherige Jobs, aktuelle Stellenbeschreibung, der früheste Eintrittstermin und so weiter.

Fragen, Fragen, Fragen. Der wohl wichtigste Teil beginnt: die Fragerunde. Lassen Sie sich erklären, warum der Bewerber sein derzeitiges Unternehmen verlassen möchte und unbedingt bei Ihnen anheuern will beziehungsweise welche Erwartungen er mit der neuen Arbeit verknüpft. Sichern Sie sich ab, dass er alle fachlichen Anforderungen erfüllt. Finden Sie heraus, wie flexibel der Bewerber zum Beispiel in Sachen Arbeitszeiten und Überstunden ist. Sind er und auch seine Familie gegebenenfalls zu einem Umzug bereit?

Gut zuhören. Um mehr über die Persönlichkeit zu erfahren, sollten Sie fragen, welche Ideen er zur Gestaltung seiner künftigen Aufgabe hat. Wie würde er sie konzipieren? Wie stellt er sich die Zusammenarbeit mit den Kollegen vor? Wie reagiert er bei Konflikten? Wie motiviert er andere? Und zu guter letzt: Wie schätzt er seine Teamfähigkeit und Führungsqualitäten ein?

Do’s und Don’ts. Es gibt auch Fragen, die im Bewerbungsgespräch tabu sind. Dazu gehören zum Beispiel die Frage nach der religiösen und politischen Einstellung oder einer Schwangerschaft. Über Krankheiten oder Behinderungen muss der Bewerber Sie nur dann informieren, wenn er dadurch dauerhaft seine volle Arbeitsleistung nicht erbringen kann oder die Kollegen gefährdet. Vor- und Haftstrafen haben Sie nur zu interessieren, wenn diese im Zusammenhang mit der Tätigkeit stehen – also beispielsweise ein Kassierer gesucht wird und der Kandidat wegen Diebstahls vorbestraft ist.

Das liebe Geld. Als letztes Thema wird in der Regel das Gehalt angeschnitten: Erkundigen Sie sich nach dem bisherigen Bruttoverdienst plus Zusatzleistungen wie Urlaubs- und Weihnachtsgeld oder Dienstwagen. Und lassen Sie sich die Erwartungen in puncto Entlohnung für den neuen Job darlegen.

Verbindlich sein. Machen Sie am Ende des Gesprächs einen Termin aus, bis wann Sie dem Bewerber Ihre Entscheidung mitteilen.

Vergleichen. Nach dem Gespräch sollten Sie alle gesammelten Informationen mit dem Anforderungsprofil vergleichen. Schnell stellt sich heraus, wer eine optimale Bereicherung für das Team ist.

Kurz und schmerzlos. Wenn Sie sich für einen Bewerber entscheiden, senden Sie die Unterlagen unverzüglich an die nicht in Frage kommenden Kandidaten zurück. Legen Sie ein Absageschreiben unter Berücksichtigung folgender Punkte bei: Bedanken Sie sich für das Interesse an Ihrem Unternehmen und beschreiben Sie freundlich in wenigen Worten, warum Sie sich anderweitig entschieden haben und wünschen Sie ihm Glück für die berufliche Zukunft. Wer weiß – vielleicht passt das Profil des Kandidaten ja später auf eine andere Stellenausschreibung?

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