Gründung Steuervorteile für Holdings sollen eingeschränkt werden

Mit dem Änderungsvorschlag zum Gesetzentwurf der Bundesregierung für das Steuergesetz 2013 könnten zukünftig Steuervorteile für Gründer wegfallen.

 

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Bisher war die Rechtsform der Kapitalgesellschaft, also GmbH oder UG, für Gründer oftmals die erste Wahl. Zum einen weil sie eine Haftungseinschränkung beinhaltet und zum anderen weil viele Investoren aufgrund der steuerlichen Ausstiegs-Vorteile zumeist in Kapitalgesellschaften investierten. Eine Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs aus dem Jahr 2011 hat den deutschen Gesetzgeber nun aber zum Handeln gezwungen.

Ausländische Kapitalgesellschaften konnte bisher nur dann in den Genuss von Steuervergünstigung kommen, wenn sie mit mindestens zehn Prozent an einer anderen deutschen Kapitalgesellschaft beteiligt waren. Deutsche Investoren waren von einer ähnlichen Einschränkung nicht betroffen. Für die Richter stellte dies einen Verstoß gegen EU-Recht und eine Diskriminierung ausländischer Investoren dar.

In der Bundesratssitzung vom 6. Juli 2012 wurde ein Änderungsvorschlag zum Gesetzesentwurf der Bundesregierung für das Jahressteuergesetz 2013 aufgenommen, der die Steuervergünstigung einschränken soll. Zukünftig werden deutschen Holding-Gesellschaften die steuerlichen Vergünstigungen nur dann gewährt, wenn sie, wie ausländische auch, mit mindestens zehn Prozent am operativen Geschäft der Kapitalgesellschaft beteiligt sind, von der sie Gewinnausschüttungen erhalten.

Sollte der Gesetzentwurf beschlossen werden und es zu einer Neuregelung der Steuervorteile kommen, wird sich dies direkt auf Neugründungen auswirken. Die Rechtsform der Kapitalgesellschaft wird durch höhere Steuersätze an Attraktivität für Gründer und Investoren verlieren.

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