Gründung Aus dem Handelsregister: Teile und fahre

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Die beiden Gründer Ravi Seth (l.) und Marcus Steinberg wollen mit einem Vergleichsportal für Carsharing durchstarten.

Die beiden Gründer Ravi Seth (l.) und Marcus Steinberg wollen mit einem Vergleichsportal für Carsharing durchstarten.© Felix Müller für impulse

Mit einem Vergleichsportal wollen Marcus Steinberg und Ravi Seth Carsharing einfacher machen. Warum sich die beiden Gründer großes Potenzial für ihr Start-up versprechen und wieso die Zeit noch nie so günstig war, ein Unternehmen zu gründen, sagt Steinberg im Interview mit impulse.

impulse: Sie versprechen mit Ihrer Geschäftsidee, Carsharing einfach zu machen. Ist es bislang denn so schwierig?

Marcus Steinberg: Der Markt ist völlig unübersichtlich. In vielen ­Städten gibt es unzählige lokale Anbieter, dazu kommen die Autohersteller mit Car2go, Drive Now oder Quicar. Die Preise, die Art der Abholung, die Strecken, die man fahren darf – alles ist unterschiedlich. Den richtigen Anbieter für sich selbst zu finden ist eine Qual.

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Wie wollen Sie das ändern?

Auf unserem Portal carsharing-vergleich.de kann jeder in drei Schritten den besten Anbieter herausfiltern, je nach Geldbeutel und Bedürfnissen. Manche sind spontan, andere planen lange im Voraus, der eine will nur schnell einkaufen fahren, der andere mit der Familie ins Grüne. Das wird alles berücksichtigt. Anmelden kann man sich dann mit einem Klick auf dem Portal oder mit unserer App.

Und wie wollen Sie damit Geld verdienen?

Über Provisionen von den Anbietern. Der Markt hat auch deshalb viel Potenzial, weil immer mehr Unternehmen ihre Dienstwagenflotte abbauen und auf Carsharing umsteigen.

Vergleichsportale gibt es wie Sand im Meer. Wie sind Sie auf Carsharing gekommen?

Ich habe mich beruflich viel mit Mobilität beschäftigt, erst bei Volkswagen im indischen Bombay, dann als Unternehmensberater. Die Zeit, etwas Eigenes zu starten, war noch nie so günstig wie jetzt. Und in Berlin findet man ein Umfeld vor, dass es erlaubt, so ein Risiko einzugehen. Mein Mitgründer Ravi legte in seiner Zeit als Investmentbanker bei J.P. Morgan großen Wert auf einen eigenen Wagen, jetzt ist er selbst begeisterter Autoteiler.

M-Cube, ein sogenannter Inkubator, unterstützt Sie bei der Gründung und bekommt dafür Anteile an Ihrem Unternehmen. Wie sieht die Arbeitsteilung aus?

M-Cube berät uns, hilft mit der Finanzierung und stellt uns Fachleute zur Verfügung. Unsere Seite zum Beispiel wird auf den Philippinen programmiert, wo M-Cube IT-Spezialisten beschäftigt.

Stimmt es, dass es auch dank der Inkubatoren noch nie so leicht war, Unternehmer zu werden?

Klar! Für alle, die das erste Mal gründen, ist das Risiko geringer. Anfängerfehler fallen weg und von der Idee bis zum Start geht alles viel schneller. Wir planen jetzt schon die Expansion: Wir streben in alle großen europäischen Märkte, nach Japan und in die USA.

 

Aktueller Ausdruck HRB 150641 B
Amtsgericht Charlottenburg

Firma
UGARI UG (haftungsbeschränkt)

Sitz, Niederlassung
Berlin, Ohlauer Straße 43, 10999 Berlin

Gegenstand des Unternehmens
Die Erstellung eines Vergleichsportals und eine erlaubnisfreie Unternehmensberatung im Bereich Carsharing

Grund- oder Stammkapital
1.000,00 EUR

Allgemeine Vertretungsregelung
Ist ein Geschäftsführer bestellt, so vertritt er die Gesellschaft allein. Sind mehrere Geschäfts­ führer bestellt, wird die Gesellschaft durch sämt­ liche Geschäftsführer gemeinsam vertreten.

Geschäftsführer: mit der Befugnis, Rechtsgeschäfte mit sich selbst oder als Vertreter Dritter abzuschließen
Steinberg, Marcus, Berlin

Rechtsform oder Gesellschaftsvertrag
Gesellschaft mit beschränkter Haftung Gesellschaftsvertrag vom: 06.05.2013

Tag der letzten Eintragung
14.06.2013

 

Täglich wagen Menschen den Sprung in die Selbstständigkeit. Im Handelsregister finden sich die Geburtsurkunden ihrer Firmen. impulse stellt jeden Monat eine Gründung vor.
imp_201307_100Aus dem impulse-Magazin 07/2013
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2 Kommentare
  • Marcus 13. September 2013 12:49

    Ich denke das du damit falsch liegst. Das Konzept ist ja nicht neu und fast auf jeden Markt anwendbar, der Intransparenzen duldet…
    Grundsätzlich sind 2 Perspektiven zu unterscheiden. Kundensicht und Firmensicht.
    Aus Kundensicht machen Vergleiche durchaus sinn, wenn es schwer fällt den Überblick zu behalten. Das ist hier der Fall. Schließlich sind die Tarifstrukturen ein Graus und täuschen den Kunden. Jeder kennt DriveNow in Berlin, jedoch sind sie mit Abstand der teuerste Anbieter im Markt.
    Aus Firmensicht macht es auch sinn. Die Kleineren und/oder ambitionierten Anbieter, die nicht ein Marketingbudget in Größenordnungen von BMW oder Daimler haben, bekommen eine gute Unterstützung in Sachen Visibilität und können Ihr Produkt mit deren Vorzügen darstellen. Die Großen Anbieter insofern sie ihre Marktposition verteidigen wollen, haben auch ein Interesse teilzunehmen, denn es sich in allen Branchen bewahrheitet hat, dass die Menschen lieber über Vergleichsseiten gehen, als direkt bei einem Anbieter abschließen. Wie buchst du deine Flüge? Wie findest du einen Stromanbieter?

  • Florian 9. September 2013 18:23

    Was ich mich immer frage: Warum sollten die Anbieter bei so etwas mitmachen und das provisionieren? Wozu solche Preisvergleichsportale führen, konnte man gut im Mietwagenmarkt beobachten – die Margen sind im Eimer. Entsprechend sollte man meinen, sie hätten dazugelernt.
    Man sieht bereits an der Liste, die die Seite als Ergebnis ausgibt, dass die wirklich Großen im Geschäft (DriveNow, car2go) offensichtlich kein großes Interesse an einer Kooperation mit der Seite haben. Glaube daher nicht, dass das Konzept aufgeht.

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