Gründung Think big, think better, think Berlin

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impulse-Blogger Gunnar Berning

impulse-Blogger Gunnar Berning© Gunnar Berning

Größer denken, statt sich klein zu machen: Deutsche Startups müssen sich globaler ausrichten, sagt Venture-Capital-Investor David Blumberg. Was Gründer Gunnar Berning noch in Kalifornien erfährt: Auch US-Firmen kochen manchmal nur mit Wasser. Mehr dazu hier im Silicon Valley Blog.

 

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Eine Abkehr vom „sich kleiner machen als man ist“, der so typisch deutschen Denkweise, ist unumgänglich. Auf dem Campus der Stanford University gab Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler das neue deutsche Denken preis: „Think big, think better, think Berlin“. Um dieses Ziel zu verwirklichen, müsse man eine Brücke bauen zwischen dem Silicon Valley und Deutschland, so Rösler weiter.

Wenn deutsche Unternehmer und Startups in der Breite beginnen, globaler zu denken und sich nicht nur auf Deutschland mit seinem im Vergleich nur mittelgrossen Markt beschränken, werden auch vermehrt Venture Capital Investoren nach Deutschland kommen. Hilfreich, wenn nicht sogar unumgänglich, sind dafür „eine Handvoll grosser, erfolgreicher Exits (Verkäufe) deutscher Firmen und Startups. Dann kommen die VCs automatisch“, erläutert David Blumberg, Managing Director von Blumberg Capital. Blumberg ist der bislang aktivste US-Venture-Capital-Investor in Deutschland mit Investments in Wummelkiste, madvertise und anderen Startups.

Philipp Rösler in Standford Philipp Rösler in Standford, ©Gunnar Berning

Amiando-Gründer Felix Haas beendet in diesen Tagen einen zweimonatigen Trip ins Valley, bei dem er sich vor allem inspirieren lassen möchte für seine nächste Idee. Eine Reihe von praktischen Tipps und Tricks teilt Haas mit den deutschen Gründern.

Kultur der (selektiven) Offenheit

Einer der Haupt-Vorteile im Valley ist eine Kultur von (selektiver) Offenheit und Hilfsbereitschaft. „Man kann einfach jeden fragen, sich mit vielen Unternehmern treffen“, erzählt Haas. Treffen ja, aber bitte effizient und kurz. Aber ein zehn Minuten Meeting ist fast immer möglich um auszuloten, ob es Sinn macht, gemeinsam an einem Thema zu arbeiten oder zu kooperieren. Und wenn sich herausstellt, dass der Gesprächspartner nicht helfen kann, so kenn er meist jemanden, der helfen kann. Der Aufbau des persönlichen Netzwerks ist an der Westküste immens wichtig. Diese Mentalität gilt es zu nutzen und nach Deutschland zu übertragen.

Eine der grossen Chancen für deutsche Unternehmer ist immer noch die Tatsache, dass viele amerikanische Firmen sich nicht in Europa auskennen. Nur dürfen sich europäische Entrepreneure nicht darauf verlassen, von ihren US-Pendants gekauft zu werden. „Der Trend beginnt sich in Teilen zu ändern“, so Haas. Firmen wie AirBnB oder auch LinkedIn präferieren „Make“ über „Buy“ in Europa und haben sich zu sehr ernst zu nehmenden Konkurrenten zu ihren europäischen Pendants wie 9flats und Xing entwickelt. Das wiederum hat für die hiesigen Marktteilnehmer zur Konsequenz, dass sie mit der massiven Entwicklungskompetenz im Valley und den dahinter liegenden Investments mithalten müssen, um eine Chance im Markt zu behalten und nicht zu einem Nischenplayer zu verkümmern. Xing ist aktuell ein trauriges Beispiel.

„Im Valley muss man aufpassen, dass man nicht untergeht“

Man sollte sich nicht täuschen lassen vom Silicon Valley. Der Wettbewerb gegen andere Startups um die eigene Idee, exzellente Mitarbeiter und Aufmerksamkeit bei VCs ist enorm viel größer als in Deutschland. „Einfacher ist es im Valley nicht, hier muss man eher aufpassen, dass man nicht untergeht“ erzählt Felix Haas. „Alle sprechen über die Top 5 Prozent der erfolgreichen Startups. Da kann leicht ein falsches und verzerrtes Bild entstehen“, warnt Haas die Startups. Mit anderen Worten: Hier wird auch nur mit Wasser gekocht. Eine wichtige Erkenntnis.

 

Im nächsten Blogpost schreibe ich von einem exklusiven Dinner, was der weltweite anerkannte Top-VC Marc Andreessen (einer der Gründer von Andreessen Horowitz) für Deutschlands Gründer an Tips und Empfehlungen hat. Nur so viel vorab: Der Mann ist richtig gut. Bis bald.

 

Lesen Sie mehr: Der Silicon Valley Blog

Gunnar Berning

Über den Autor: Gunnar Berning (39) ist Entrepreneur und Gründer des Berliner IT-Startups twago. Er bloggt eine Woche von der Delegationsreise von Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) ins Silicon Valley. Bevor twago 2010 startete, arbeitete Berning als Top-Management-Berater für Siemens. Sein Studium finanzierte er sich als Sportfotograf für Bongarts (heute Getty Images) und coverte Olympische Spiele und Fussball-Grossturniere, unter anderem für den Spiegel und den Stern. Gunnar auf Twitter folgen.

 

1 Kommentar
  • mncde 2. Juni 2013 17:33

    Angesichts der Tatsache, dass sich Leistungs- und Qualitätsniveaus angleichen, wird zukünftig global die Reaktionszeit der Leistungserbringung eine entscheidende Rolle in der Vermarktungsstrategie einnehmen.

    Geschwindigkeit ist wertsteigernd und Bedürfnisbefriedigung in nahezu Echtzeit wird sich zu einem hohen Gut entwickeln.

    Daher ist eine Organisationsstruktur zu etablieren, die diesen Faktor in den entsprechend flexiblen Preisfindungssytemen berücksichtigt.

    Um optimales Ressourcen- und Auftragsmanagement zu erreichen, ist eine App mit freiwilligem Geo-Tracking der Marktteilnehmer einzusetzen. Es entsteht ein zentrales System, das regionale Leistungen mit einem Höchstmaß an Effizienz steuert.

    Das Potential des zu generierenden Umsatzes verhält sich proportional zur Marktabdeckung.

    Die erhobenen Daten zeichnen ein präzises Bild des tatsächlich stattfindenden Marktgeschehens und sind entsprechend weiterzuverwerten.

    Die zu ziehenden Rückschlüsse sind konsequent in Marktkorrigierungsinstrumente umzusetzen.

    Beschleunigung.

    is schon schräg: ich kann ohne anstrengung keine drei sätze geradeaus schreiben, aber sone dinger ploppen kurz vorm einschlafen..

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